Basel

Die Stadtbibliothek hat ein neues Zuhause auf Zeit

Da der Schmiedenhof an der Gerbergasse umgebaut wird, ist die GGG-Stadtbibliothek umgezogen. Bis Mitte 2015 befindet sie sich in der ehemaligen Lidl-Filiale im Untergeschoss der Sternengasse 19. Heute wurde die Bibliothek Kirschgarten eröffnet.

Dort, wo einst Teigwaren, Nastücher und Waschmittel in Lidl-Regalen standen, werden ab sofort 110 000 Bücher, CDs, DVDs, Zeitschriften und Comics ausgeliehen. Die GGG-Stadtbibliothek Schmiedenhof an der Gerbergasse ist umgezogen und befindet sich nur rund 850 Meter entfernt im Untergeschoss der Sternengasse 19. Würde man alle Bücher aufreihen, könnte man die Strecke gut viermal füllen. Gestern öffnete die «neue» Bibliothek Kirschgarten ihre Türen.

Grosszügige Vermieterin

Die neue Bleibe ist von vorübergehender Dauer. Der Schmiedenhof wird in den nächsten 18 Monaten für 14 Millionen Franken umgebaut, auf den 1400 Quadratmetern wurde es allmählich zu eng. Bis Mitte 2015 wird das Zentrum auf 2100 Quadratmeter ausgebaut. Die Kosten für die Umzüge und die provisorische Unterkunft belaufen sich auf etwas über 1,5 Millionen Franken.

«Der Umzug an die Sternengasse ist ein Glücksfall», sagte Direktor Klaus Egli bei der gestrigen Eröffnung. Das zentrale Provisorium bietet gleich viel Fläche wie bisher, sodass das vollständige Sortiment gezügelt werden konnte. «Eigentlich würde dies das Budget gar nicht erlauben.» Dass es geht, ist der Grosszügigkeit der Vermieterin zu verdanken. Gratis stellt die Madiba Immobilien AG zusätzliche Räume zur Verfügung und baute diese auch kostenfrei um.

Acht Stunden länger geöffnet

Auf den 900 Quadratmetern der ehemaligen Lidl-Filiale im UG befinden sich nun die Hauptbibliothek und die Anlaufstelle der Jugendkulturförderorganisation «Kulturkick», die seit August zur Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige gehört.

Überdies konnte auf der weiteren Fläche das Informationsbüro der Sozialinstitution «GGG Wegweiser» sowie ganz neu ein Jugendraum und eine Spielecke eingerichtet werden. «Wir können hier bereits Erfahrungen mit Neuerungen machen, die erst im renovierten Schmiedenhof vorgesehen waren», sagte Egli.

Die Bibliothek testet auch neue Öffnungszeiten: Unter der Woche ist sie jeweils bis 20 Uhr und insgesamt acht Stunden länger geöffnet.

Neu mit Jugendraum und Spielecke

Im neuen Jugendraum schaffen ein kunterbunter Schachbrettteppich mit 307 Feldern, Graffiti-Tags an den Wänden und willkürlich verteilten Japankugellampen ein junges, freches Ambiente. Auf 360 Quadratmetern gibt es 40 Arbeitsplätze, eine Ecke mit acht Sofas, eine Wii-Station und eine lange schwarze Wand, die mit Kreiden beschrieben werden kann.

Auf zu viele Gestelle habe man verzichtet, erklärte Heinz Oehen. «Jugendlichen suchen einen Treffpunkt. Sie brauchen Platz, um Aufgaben zu machen, und Raum, wo kein Konsumzwang gilt.» Bewusst wurde günstiges IKEA-Interieur gewählt. «Man ist schnell aus der Mode», sagte Oehen, weshalb der Raum auch später im Schmiedenhof alle zwei, drei Jahre angepasst werden soll.

Die Kinderecke auf 60 Quadratmetern, unter anderem mit Hüpfturm und sechs iPads wurde ebenfalls von Madiba gesponsort. Die Kleinsten standen am ersten Tag der Bibliothek Kirschgarten auch gleich im Mittelpunkt. Unter dem Motto «Von 8 bis 8» wurde eine Erzählnacht mit Übernachtungsmöglichkeit in der Bibliothek veranstaltet.

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