Planung

Die Zeiten der Quartiere sind vorbei: Liestal macht sich selbst urbaner

Der neue Manor-Bau ist ein wichtiges Element der Liestaler Stadtentwicklung.  Archiv/Nicole Nars-Zimmer.

Der neue Manor-Bau ist ein wichtiges Element der Liestaler Stadtentwicklung. Archiv/Nicole Nars-Zimmer.

Die Zeiten der Quartiere sind vorbei: Liestal macht sich selbst urbaner. Im Rahmen eines Stadtentwicklungsplans sieht sich der Kantonshauptort künftig als Brückenkopf und Angelpunkt.

Im Rahmen eines erstmals ausgestalteten Stadtentwicklungsplans, der den Weg Liestals bis 2020 aufzeigt, sieht sich der Kantonshauptort künftig als Brückenkopf und Angelpunkt, als Mittelpunkt. So lautet auch der neue Slogan, der das bewährte «Alles da, alles nah» ersetzt: «Liestal - mittendrin.» Und das soll bedeuten, dass man sich als eines der Kultur-, Wirtschafts- und Lebenszentren der Nordwestschweiz versteht.

Sechs Stadtteile

Der Stadtentwicklungsplan, der gestern der Öffentlichkeit vorgestellt wurde und als Dach für die fünfjährigen Entwicklungs- sowie die jeweiligen Jahrespläne gilt, soll Richtschnur sein. Er beinhaltet vier vom Stadtrat ausgeklügelte Entwicklungsstrategien, die wiederum aus teils angedachten, teils noch gänzlich unbekannten Projekten bestehen. Erster Punkt ist dabei die Aufteilung Liestals in sechs Stadtteile, die kantonalen Immobilien werden als Kantons-Campus zusammengefasst.

Liestal will sich zudem als Kulturhotspot verstanden wissen. Darum sollen neben dem bereits bestehenden Angebot weitere Highlights hinzukommen, die Liestal zu einem wahren Kultur-Leuchtturm machen würden, betont Stadtpräsidentin Regula Gysin. Was genau das sein wird, sei noch nirgends geschrieben, «aber der Entwicklungsplan zielt ja auf 2020, da ist es nur logisch, dass noch nicht alles feststeht». Die weiteren Pfeiler fussen auf einer grösseren Gewichtung von Kooperationen - ob mit SBB (Bahnentflechtung), Kanton oder Nachbargemeinden - sowie auf Wachstum. Dabei zieht der Stadtrat, der den Plan gemeinsam mit dem Basler Beratungsunternehmen Ecos entwickelt hat, vor allem auf qualitativen denn auf quantitativen Zuwachs. «Wir dürfen nicht denken, mit mehr Einwohnern die Finanzen sanieren zu können. Das funktioniert nämlich nicht», betont Stadtrat Peter Rohrbach.

Viel wirklich Neues umfasst der Entwicklungsplan indes nicht: «Alles einzeln betrachtet, ist tatsächlich wenig neu, nun haben wir aber erstmals ein Instrument, alles in Relation zueinander zu betrachten und Fragestellungen vernetzt angehen zu können», sagt Marion Schafroth, und ihr Kollege Lukas Ott ergänzt: «Es sind Lösungsansätze für eine aktive Gestaltung, denn wir wollen die Zukunft nicht dem Zufall überlassen.» Knapp 85 000 Franken hat der Stadtrat dafür in den rund zwei Jahren seit dem Startschuss in die Hand genommen, hinzu kommt die Leistung der Stadtregierung selbst.

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