Der Diamantenraub an der Basler Uhren- und Schmuckmesse sorgte für Aufsehen. Nun stellt sich die Frage: Wie gut sind die Wertgegenstände auf dem Messegelände vor Dieben gesichert? «Wir sind der Ansicht, dass unser Sicherhitsdispositiv den höchsten Anforderungen genügt», sagt Pressesprecher der Messe Bernard Keller auf Anfrage.

Im Vorfeld der Messe würden die Verantwortlichen das Sicherheitskonzept «in enger Zusammenarbeit» mit den Versicherungen erarbeiten. Grund für die Beteiligung der Versicherungen: Die Aussteller lassen sich die Uhren und Diamanten auf einen möglichen Diebstahl versichern. Da im Schadenfall Kosten in Millionenhöhe auf die Assekuranzen zukommen würden, hätten die Versicherungen laut Keller ein elementares Interesse daran, dass der Sicherheit zentrale Bedeutung beigemessen werde. Nichtsdestotrotz räumt Keller ein, dass es während der Messe keine «klassische Eingangskontrollen» gibt. Bei 20000 Besuchern pro Tag sei dies auch logistisch nicht zu stemmen.

Versuchter Diebstahl vor zwei Jahren

Es ist nicht das erste Mal, dass die Basler Messe von Diamanten-Dieben heimgesucht wird. So versuchte ein Unbekannter vor zwei Jahren vom Messegelände Diamanten zu entwenden. Dabei wurde der Täter beim Verlassen der Messe überwältigt. «Das zeigt, dass unser Sicherheitsdispositiv funktioniert», sagt Keller. Darüber hinaus hatte eine bislang Unbekannte Täterschaft vor der diesjährigen Messe einem spanischen Schmuckhändler am Flughafen Zürich einen Trolley voller Edelsteine gestohlen. Dieser war auf dem Weg zur Basler Messe. Keller betont jedoch, dass dieser Vorfall nichts mit dem Sicherheitsdispositiv der Messe zu tun habe. «Die Aussteller organisieren den Transport der Wertgegenstände weitgehend selbst».

Derweil liegen der Basler Staatsanwaltschaft Fotos und Videos des Diebstahls vor. Diese würden nun ausgewertet und danach Spezialeinheiten in der Schweiz und Europa zur Einsicht überlassen. Die Behörden sind optimistisch, die Täterschaft ermitteln zu können. «Es gibt immer wieder Fälle, bei denen wir die Täter verhaften konnten», sagt Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Markus Melzl.

Sicherheitskonzept bleibt wie es ist

Die Verantwortlichen der Messe wollen die Ermittlungen der Behörden abwarten und erst danach entscheiden, ob das Sicherheitskonzept für das nächste Jahr angepasst werden muss. «Für den letzten Messetag wurde das Sicherhheitsdispositiv nicht überarbeitet».(muv)