Stadtentwicklung

Doch kein Wohnareal: Neue Pläne für das Münchensteiner Walzwerk

Das Walzwerk auf Münchensteiner und Arlesheimer Boden.

Wird nun doch kein reines Wohnareal:

Das Walzwerk auf Münchensteiner und Arlesheimer Boden.

Die ursprüngliche Idee eines reinen Wohnareals ist gestorben. Mit neuer Lösung sind die Gemeinden einverstanden.

54 Millionen Franken hat die Zürcher Investmentfirma Swiss Finance & Property Investment AG (SFP) vor knapp drei Jahren für das Walzwerk-Areal bezahlt. Dass die Pläne der SFP damals auf Rendite ausgerichtet waren, erstaunt kaum. Die Idee war, das Industrieareal in die Wohnzone einzuteilen und dann mit Wohnungen zu überbauen – sehr zum Missfallen der beiden Standortgemeinden Münchenstein und Arlesheim und der Gewerbetreibenden des Walzwerk-Areals (die bz berichtete mehrfach).

Doch nun ist es überraschend zu einer Kehrtwende gekommen: Wie die Gemeinde Münchenstein mitteilte, besuchte eine Delegation der beiden Standortgemeinden neulich die SFP. Deren Vertreter präsentierten ihre Entwicklungsabsichten fürs Walzwerk. Diese sehen nun eine gemischte Nutzung und eine Erweiterung des Gewerbeanteils auf dem Walzwerk-Areal vor. Die ursprünglichen Pläne mit einer reinen Wohnnutzung sind damit gestorben.

Eigentümerin will «Lebendigkeit» erhalten

Man wolle «die heutige Lebendigkeit und Vielfalt des Walzwerk-Areals» erhalten und weiter ausbauen, sagt Martina Vogel, die bei SFP für das Areal zuständig ist. «Zu diesem Zweck setzen wir in den kommenden Jahren auf zonenkonforme Nutzungen und zusätzliche Mieter.» Man konzentriere sich mittelfristig auf den Kunst-, Kultur-, Kreativ-, Gastro- und Freizeitbereich.
Doch woher kommt der plötzliche Sinneswandel? «Die SFP will im Rahmen einer Machbarkeitsstudie aufzeigen, wie einerseits die bestehende gewerbliche Nutzung erhalten werden und wie diese andererseits in die Zukunft überführt und mit einer gemischten Nutzung ergänzt werden kann», so Vogel. Langfristig ist die Wohnnutzung des Areals also noch nicht vom Tisch. In diesem Zusammenhang stehe man mit den Münchenstein und Arlesheim in Kontakt.

Die beiden Standortgemeinden werden in einem nächsten Schritt ein gemeindeübergreifendes Gremium für Planungsprojekte im Gebiet schaffen, wozu auch die Entwicklung des Walzwerks gehört. Die SFP werde mit diesem Gremium den Zeithorizont der Umsetzung im Detail besprechen, sagt Vogel.

Der Arlesheimer Gemeindepräsident Markus Eigenmann zeigt sich mit den aktuellen Entwicklungen zufrieden: «Das Areal weist heute schon eine ausserordentliche Mischung an Nutzungen auf», sagt er. Die Gemeinde habe Interesse daran, dass ein solcher Nutzungsmix bei der Weiterentwicklung erhalten bleibe. Konkret habe man sich mit den Ideen der SFP noch nicht auseinandergesetzt. Für ihn kämen aber nur Lösungen infrage, die auf die Qualitäten des Areals Rücksicht nehmen.

Parallel zur bestehenden gewerblichen Nutzung des Walzwerk-Areals könne man sich in Arlesheim längerfristig auch eine teilweise Wohnnutzung vorstellen, so Eigenmann. «Allerdings sind dazu noch sehr viele Fragen offen.» Ausserdem erfordert eine allfällige Wohnnutzung zwingend Änderungen der Zonenvorschriften, die durch die beiden Gemeindeversammlungen zu genehmigen sind.

Gemeinsamer Weg der Standortgemeinden

In Münchenstein sieht die Situation ähnlich aus: «Nutzungsmischungen mit Dienstleistungen, Gewerbe, Freizeit und Gastronomie sind problemlos zu realisieren», sagt Peter Heinzer, Leiter der Bauverwaltung. Zusätzlicher Wohnraum jedoch müsse detailliert und sorgfältig geplant werden, um ein erträgliches «Mit- und Nebeneinander» zu erreichen. Werden nächste Planungsschritte gemacht, müsse die Gemeinde zwingend mit einbezogen werden, da sie die Planungshoheit ausüben muss, betont Heinzer.

Dass die beiden Standortgemeinden bei der Entwicklung dabei sind, ist auch für den Arlesheimer Markus Eigenmann zwingend:«Münchenstein und Arlesheim beabsichtigen, diesen Weg gemeinsam zu gehen und eine gemeinsame Arbeitsgruppe zu schaffen, die den Prozess begleitet.»

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