Stau

Einbahnstrassen sollen Verkehrs-Überlastung in Birsfelden regeln

Ist die Birsfelder Hauptstrasse wie hier verstopft, staut es auch in den Quartierstrassen.

Ist die Birsfelder Hauptstrasse wie hier verstopft, staut es auch in den Quartierstrassen.

Weil die im Frühjahr getroffenen Massnahmen nicht halfen, sucht Birsfelden neue Lösungen für seine verstopften Strassen. Zu Stosszeiten staut sich der Verkehr von der A2 bis in die Quartiersstrassen hinein – Einbahnstrassen sollen’s nun richten.

Es ist jeden Abend dasselbe: Sobald der Verkehr auf der A2 zu stocken beginnt, sind auch die Birsfelder Strassen verstopft. «Wir werden täglich vom Ausweichverkehr überschwemmt», sagt Gemeindepräsident Christof Hiltmann. «Wir müssen einfach handeln.» Und das tut die Gemeinde auch, seit über einem Jahr sogar in enger Zusammenarbeit mit dem Kanton.

Im Frühjahr hat Birsfelden die Schaltvorgänge der Ampeln an der Hauptstrasse so optimiert, dass der Verkehr am Feierabend besser fliesst. Auch die Bushaltestellen «Stausee» und «Friedhof» wurden so umgestaltet, dass die haltenden öffentlichen Fahrzeuge stadteinwärts nicht mehr von den Autos überholt werden können. Im Sommer wurde zusätzlich die Rheinparkstrasse mit einem Fahrverbot mit Zubringerdienst belegt.

Gebracht haben diese Sofortmassnahmen alle nichts – oder zumindest nicht genug. Deshalb will die Gemeinde nun temporäre Einbahnstrassen einführen. Das heisst, zwischen 16 und 19 Uhr sind die wichtigsten Einfahrtsstrassen nur noch aus einer Richtung befahrbar. Ausgenommen von dieser Regel sind Anwohner, das lokale Gewerbe sowie Velofahrer. Die neue Regelung soll vor allem für die Hard-, die Friedhof-, die Wartenberg- und die Salinenstrasse sowie für den Burenweg gelten.

Feuerwehr wäre chancenlos

«Diese Einbahnregelung ist der letzte Ausweg, den wir zurzeit noch sehen», erklärt Hiltmann. «Die derzeitige Situation ist wirklich nicht mehr tragbar. Sie stellt nicht zuletzt auch ein Sicherheitsrisiko dar. Ein Feuerwehrauto hätte zum Beispiel keine Chance, sich einen Weg durch den Verkehr zu bahnen.»

Noch ist die Einbahnstrassenregelung erst ein Entschluss des Birsfelder Gemeinderats. Zurzeit befasst sich ein Ingenieurbüro mit den Rahmenbedingungen der Massnahme. Darauf basierend möchte der Gemeinderat einen Antrag erarbeiten, den er am 14. Dezember der Gemeindeversammlung vorzulegen hofft. Sollte die Bevölkerung sich für die Vorlage aussprechen, soll die neue Massnahme gemäss Hiltmann bis März 2016 umgesetzt werden.

Damit die Einbahnstrassenregelung auch Früchte trägt, möchte der Gemeinderat vor allem in der Anfangszeit auf Kontrollen setzen. «Wir wissen noch nicht, wie hoch der Aufwand und die Kosten dafür sein werden», sagt Hiltmann. Auch dies soll durch die Prüfung durch das Ingenieurbüro aufgezeigt werden.

«Sollte die Einbahnstrassenregelung tatsächlich nicht zu einer Besserung führen, könnten wir uns auch vorstellen, das Problem mit Schranken zu lösen», erzählt der Birsfelder Gemeindepräsident. Und da hat der Kanton nichts einzuwenden? «Nein, die Massnahme betrifft ja nur Gemeindestrassen. Ausserdem nehmen wir in all diesen Belangen Rücksprache mit dem Kanton, mit dem wir bezüglich unserer Verkehrsprobleme in sehr regem Austausch stehen. Auch er sieht die Notwendigkeit solcher Massnahmen.»

Tropfensystem bleibt Thema

Der Austausch mit dem Kanton ist auch deshalb so wichtig, weil es sich bei der Birsfelder Hauptstrasse um eine Kantonsstrasse handelt. Diese stellt das Hauptelement der Birsfelder Verkehrsprobleme dar. Erst wenn sie durch den vielen Verkehr verstopft ist, weichen die Autofahrer weiter auf die Gemeindestrassen aus, wo sie unter anderem auch die Buslinien 80 und 81 behindern.

Deshalb arbeiten Gemeinde und Kanton sowie der Bund, der das Sagen über den Anschluss an die A2 hat, gemeinsam auch an Massnahmen, die die Hauptstrasse betreffen. So wird etwa schon länger mit der Einführung eines Tropfensystems geliebäugelt. «Das wurde noch nicht ad acta gelegt», verspricht Hiltmann. «Aber die Umsetzung dieses Vorhabens ist deutlich komplizierter als etwa die Einbahnstrassenregelung und wird deshalb noch etwas Zeit benötigen.»

Meistgesehen

Artboard 1