Dies gilt es für die Besucher des Anatomischen Museums im Rahmen der diesjährigen Museumsnacht herauszufinden. Wer Krimis liebt und sich die Tipps der anwesenden Rechtsmediziner zu Herzen nimmt, der kommt dem Täter schnell auf die Spur. Und nein, es war nicht Günther von Gatow mit der Pistole im Speisezimmer. Sondern der Drogendealer der Tochter des schick gekleideten Mannes.

Spital für Teddys

Die 17. Basler Museumsnacht lockte am Freitagabend zahlreiche Besucher aus der ganzen Region an. Die Museen zeigten sich zu später Stunde von ihrer attraktivsten und interaktivsten Seite: Vom Einhornreiten für Kinder über farbenfrohe Cocktails für Erwachsene bis hin zu archäologischen Ausgrabungen für Geschichtsfans. Rund 200 Veranstaltungen gab es insgesamt, für mehrere brauchte man detektivische Fähigkeiten.

Impressionen von der Basler Museumsnacht 2017

In der anderen Hälfte des Sektionssaals im Anatomischen Museum dürfen sich die Mutigen schminken lassen. Eine blutende Platzwunde da, ein blaues Auge dort und hier noch eine grosse, schlecht verheilte Narbe quer über das ganze Gesicht. Den kleineren Besuchern ist das zu viel: „Mami, ich will lieber zu den Teddys“, sagt ein Mädchen und zieht seine Mutter durch den Raum. „Was ist denn mit deinem Bären passiert?“, fragt der besorgte Arzt. Beim Spielen umgefallen, meint die besorgte Teddy-Besitzerin. Also müssen ein violetter Gips und ein Pflaster mit kleinen Teddys drauf her. Zwei Minuten später sitzt der Teddy zusammengeflickt auf dem Tresen, bereit für den Nachhauseweg.

Ausbrechen erlaubt

Ein Raum, ein Zahlenschloss und eine Gruppe herumschnüffelnder Detektive: Das Kunstmuseum für Gegenwart lockte mit dem Programmpunkt „Room Escape“ dutzende Interessierte an. Weniger unheimlich, ohne Mord, dafür einiges kniffliger lautet hier die zu lösende Aufgabe für die Besucher: In 20 Minuten einen Weg aus dem chaotischen Raum finden. Des Rätsels Lösung versteckt sich irgendwo im mit Alufolie eingekleideten Raum zwischen Dia-Projektor, leeren Dönerbox-Schachteln oder verschieden farbige Folien. Wer sich auf seine Ohren und Augen verlässt, findet die nötigen Zahlen fürs Zahlenschloss. Und entkommt dem Raum. Die Besucher draussen warten bereits sehnsüchtig auf ihre Chance.

„Wo gehört das hin?“ Ein kleiner Junge blickt seinen ebenso ratlosen Vater erwartungsvoll an. Das vor ihnen liegende Skelett ist in seine Einzelteile zerlegt. Neben dem Mord gibt es im Anatomischen Museum auch Gebeine zum Anfassen. „Vielleicht hier?“, fragt der Vater und versucht den langen, dünnen Knochen oberhalb des Fusses des liegenden Skeletts zu platzieren. „Eeeeh“, ertönt es und ein rotes Licht leuchtet auf. Falsch. Zweiter Versuch: Der Sohn schnappt den Knochen und steckt ihn in die Lücke zwischen Oberarm und Handgelenk. „Tadaaa“, die Fanfare und das grüne Licht verkünden: Richtig. „High five“, ruft der Junge seinem Vater mit einem breiten Grinsen im Gesicht zu.