Kommunalwahlen in Frankreich

Elsässer Gemeinden wählen

Symbolbild

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Die meisten amtierenden Maires in der Grenzregion treten bei den Kommunalwahlen wieder an.

Am 15. und 22. März finden in Frankreich Kommunalwahlen statt. In der Grenzregion zu Basel wird sich aller Wahrscheinlichkeit nicht viel ändern, denn die meisten Maires, mit denen die Region Basel bei der grenzübergreifenden Kooperation zu tun hat, stellen sich wieder zur Wahl und haben gute Chancen, wiedergewählt zu werden. Das ist der Fall von Jean-Marie Zoellé (75) in Saint-Louis, Jean-Marc Deichtmann(61) in Huningue, Thomas Zeller (37) in Hégenheim und Gaston Latscha (64) in Hésingue.

Zoellé ist seit 2011 Maire von Saint-Louis, das mittlerweile knapp 22000 Einwohner zählt. Er hatte damals die Nachfolge von Jean Ueberschlag angetreten, dessen Stellvertreter er seit 1989 war. Zoellé kümmerte sich vor allem um die Finanzen. 2014 wurde er mit klarer Mehrheit bei den letzten Kommunalwahlen von der Bevölkerung als Maire bestätigt. Gegenüber der bz sagte er, dass er die gesamte Wahlperiode von sechs Jahren absolvieren wolle.

Wie Zoellé, der unter anderem im Trinationalen Eurodistrict Basel (TEB) und bei der Internationalen Bauaustellung Basel (IBA) schon das Südelsass vertrat, ist auch Jean-Marie Deichtmann in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit aktiv. Er war bereits von 2015 bis 2017 Präsident des TEB und könnte diese Funktion im März 2021 erneut wieder übernehmen. Er ist seit 2008 Maire. Wie schon bei den letzten Wahlen 2014 tritt auch diesmal Patrick Striby (51) gegen ihn an. Seine Liste ist apolitisch, Striby selbst kandidierte bei den französischen nationalen Parlamentswahlen 2017 als Mitglied von En Marche, der Partei des französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Huningue hat gut 7300 Einwohner. Durch mehrere grosse Immobilienprojekte soll die Einwohnerzahl weiter wachsen. Striby kritisiert das, Deichtmann ist der Auffassung, dass diese im Vergleich zu anderen Kommunen im Südelsass sehr im Rahmen bleiben. Die Wahlen werden zeigen, ob der Wachstumskurs von der Bevölkerung abgelehnt wird.

Spannend wird es in Strassburg, Colmar und Mulhouse

Der Immobilienmakler Thomas Zeller hatte 2014 die damalige linke Bürgermeisterin und heutige Senatorin für En Marche, Patricia Schillinger, geschlagen. Hégenheim hat rund 3400 Einwohner. Bisher tritt noch keine Liste gegen Zeller an. Ähnlich präsentiert sich derzeit die Lage in Hésingue. Der Maire Gaston Latscha hat sein Amt seit 2014 inne. Hésingue hat 2800 Einwohner und bietet aufgrund einer Industriezone 4000 Arbeitsplätze. Latscha ist Präsident des trinationalen Parlaments Districtrat.

Spannend dürfte es in den drei grossen elsässischen Städten werden. In Strassburg hat der amtierende linke Maire Roland Ries entschieden, sich nicht mehr zur Wahl zu stellen. Die linke Liste wird von der Ex-Bürgermeisterin und ehemaligen Ministerin Catherine Trautmann angeführt. In Colmar möchte der Gaullist Gilbert Meyer zum fünften Mal Maire werden, hat aber den bürgerlichen nationalen Abgeordneten Eric Straumann zum Herausforderer. In Mulhouse stellt sich Michèle Lutz wieder zur Wahl, die 2017 die Nachfolge des amtierenden Präsidenten der Grossregion Grand Est, Jean Rottner, übernommen hatte.

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Autor

Peter Schenk

Peter Schenk

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