Das Areal gehört der Stiftung Habitat. Sie hat am Montag ein generelles Baubegehren für das ganze Projekt eingereicht. Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, ein bunt durchmischtes Quartier mit Wohnungen, Gewerbe und Kultureinrichtungen entstehen zu lassen.

Speziell daran: Jede Parzelle wird von einzelnen Baurechtnehmern selber bebaut. Es wird also keine Megaüberbauung im Einheitslook, sondern ein Quartier mit unterschiedlichen architektonischen Ansätzen. Gesamtprojektleiter Klaus Hubmann begründet: «Wir wollen keine riesigen Investoren, die grosse Flächen bebauen.» Durch vertraglich festgelegte Elemente wird sichergestellt, dass nicht einfach ein wildes bauliches Durcheinander entsteht, sondern eine gewisse Einheitlichkeit gewahrt wird.

Wohnen und arbeiten

Zuallererst wird in der Erlenmatt-Ost gewohnt. 30000 Quadratmeter Wohnfläche stehen zur Verfügung auf denenrund 900 Menschen ein neues Daheim finden sollen. Die Stiftung Habitat ist in Verhandlung mit Genossenschaften und anderen Baugruppen. Das Interesse sei gross, sagen die Projektverantwortlichen. Ihnen ist es ein Anliegen, dass die Wohnungen bezahlbar und lebenswert werden.

Auch soziales Wohnen soll dereinst im neuen Quartier einen Platz haben. Geplant sind ein Studierendenwohnheim für rund 80 Leute sowie ein Übergangsheim für Frauen mit Kindern.

Um das Quartier zu beleben, soll aber dereinst auch gearbeitet werden. Der Stiftung zielt dabei nicht in erster Linie auf Büros ab, sondern auf klassisches Gewerbe. Auch hier gibt es Verhandlungen zu einer ganzen Reihe von interessierten Geschäften. Darunter sind Werkstätten oder Ingenieurbüros. Weiter für Abwechslung werden Kultur- und Freizeiteinrichtungen sorgen. Derzeit wird mit dem Basler Erziehungsdepartement abgeklärt, ob sich ein 25-Meter-Schwimmbecken realisieren liesse. Auch Kultkino-Säle oder Übungsräume für Tanz und Theater werden möglicherweise in das neue Quartier einziehen. Spruchreif ist allerdings noch nichts.

Ziel: 2000-Watt-Gesellschaft

Selbstredend geniesst bei einem solchen Projekt auch die Umwelt einen hohen Stellenwert. Die Frage, die sich stellt: «Wie kommen wir zu Energie?», sagt Katharina Schmidt, die für die Planung zuständig ist. Ausgangspunkt ist die 2000-Watt-Gesellschaft, der man so nah wie möglich kommen will. Pro fünf Wohnungen steht nur gerade ein Parkplatz zur Verfügung, dafür pro Zimmer ein Veloabstellplatz.

Geht alles nach Plan, ist das letzte Gebäude in Basels urbanem Musterquartier bis 2023 bezugsbereit. Man darf gespannt sein, inwieweit es eine Vorbildfunktion übernimmt.