Bums – das Smartphone liegt auf dem Boden. Das sensible Frontglas sieht aus wie ein Spinnennetz. Eine Situation, die nicht selten passiert, geht doch ohne Smartphone heute keiner mehr aus dem Haus. Zu gross ist das Bedürfnis, immer erreichbar zu sein.

So kommt es, dass an der Tramhaltestelle jede zweite Person während des Wartens ihr Gerät in der Hand hält und SMS schreibt oder Mails checkend im Bus von A nach B fährt. Eine Vollbremsung – und das iPhone fällt seinem Besitzer aus der Hand. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man freundet sich mit dem Spinnennetz an oder man bringt das Gerät in Handygeschäft.

Konkurrenz für die Swisscom

Die Mitarbeiter raten dann meist, das Gerät zu tauschen – natürlich kostenpflichtig. Bald bietet Basel nun eine dritte Möglichkeit. An der Weissen Gasse 15 öffnet in den nächsten Tagen eine neue Arztpraxis: Handydoktor Thomas Stucki kümmert sich künftig um Fälle wie Wasserschaden oder – eben – das zerbrochene Display-Glas. Die Geräte werden in 10 bis 40 Minuten repariert, verspricht er.

Konkurrenz also für die zahlreichen Swisscom-Geschäfte in Basel? Swisscom-Mediensprecherin Annina Merk sagt Nein: «Die Reparaturen sind ja nicht unser Kerngeschäft.» Die Swisscom sei für die gesamte Telekommunikation zuständig – also Mobil, Internet sowie Festnetz. Es sei gut, dass den Kunden mit dem Handydoktor ein Angebot gemacht werde, das sich auf Reparaturen spezialisiert hat.

Die häufigsten Wiederherstellungen, um die sich Thomas Stucki und seine zehn Mitarbeiter kümmern, haben neben dem Display mit den Tasten oder Kabeln zu tun. Zum Teil Defekte also, die bei der Swisscom sowieso gar nicht unter Garantie laufen würden, erklärt Merk.

Keine Chance für geklaute Handys

Heikel wird es, wenn bei Thomas Stucki jemand auftaucht, der den Code des Gerätes nicht entsperren kann. Dieses könnte gestohlen sein. Stucki könnte jeden PIN knacken. Aber: «Wenn jemand kommt und sein Handy nicht entsperren kann, weisen wir den Auftrag zurück.» Stucki besitzt neben Basel Geschäfte in Zürich, Bern, Küsnacht, Lenzburg und Altstätten.

Bringt ein Kunde sein Gerät bei ihm vorbei, läuft die Garantie bei dessen Handy-Anbieter ab. Stucki bietet als Ausgleich eine Vier-Monate-Garantie an. Es habe schon Fälle gegeben, wo der Kunde kurz vor Garantie-Ende noch einmal vorbei gekommen ist und etwas anderes reparieren lassen wollte. «Deswegen machen wir jedes Mal Eingangs- und am Ende Ausgangskontrollen.»

Daten gehen nicht verloren

Ein Vorteil bei Stucki ist, dass die gespeicherten Daten nicht verloren gehen, liefert ein Besitzer sein Handy bei ihm zur Reparatur ab. Im Gegenteil zu Swisscom. Wird das Gerät eingeschickt und ausgetauscht, gehen die Daten verloren. Annina Merk relativiert: «Man kann die Daten ja vorher auf dem Computer sichern.»