Der Fall von Joël Gudenrath bewegt das Baselbiet. Vier Tage nach dem Auffinden des vermissten Joggers muss sich die Polizei Basel-Landschaft gegen den Vorwurf wehren, die Suche nach Gudenrath zu früh gestoppt zu haben. Doch die Behörden wollen diesen Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen. Die Suchaktion am vergangenen Mittwoch ist laut Polizeisprecher Meinrad Stöcklin nicht ab-, sondern lediglich unterbrochen worden. Dies sei mit ausdrücklicher Zustimmung von Joëls Eltern geschehen, um die Suchmannschaften bei Dunkelheit im schwierigen Gelände nicht zusätzlich zu gefährden.

«Es gibt noch viele offene Fragen», sagt Polizeisprecher Stöcklin. Noch immer sei unklar, wie es zum Unfall kommen konnte und wo der 18-Jährige schwer verletzt gelegen hat. Deshalb werden die polizeilichen Ermittlungen weitergeführt, obschon der Vermisstenfall eigentlich geklärt ist. Neue Erkenntnisse erhofft sich die Polizei insbesondere durch die Befragung von Gudenrath, der nach seiner Operation bisher noch keine Hinweise zum Unfallhergang geben konnte. Vater Stephan Gudenrath beschreibt den Gesundheitszustand seines Sohnes als «stabil». Genauere Auskünfte wollen weder die Familie noch das Basler Universitätsspital machen. Derweil wird die Familie des Verunfallten in Reigoldswil von einer grossen Welle der Solidarität getragen. Zu einem spontanen Dankgottesdienst am Freitagabend kamen über hundert Personen. (mn/bos)