Persönlich
Rettet Basel Reloaded

Der Fussballclub ist privat und doch ein öffentliches Gut. An diesem Unterschied leidet die Stadt ‒ wenn auch nicht das erste Mal.

Christian Mensch
Christian Mensch
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Aktion der FCB-Fans auf dem Barfüsserplatz, Fan-Artikel und andere Dinge werden in der Ecke zum Stadtcasino wie bei einem Altar abgelegt.

Aktion der FCB-Fans auf dem Barfüsserplatz, Fan-Artikel und andere Dinge werden in der Ecke zum Stadtcasino wie bei einem Altar abgelegt.

Bild: Kenneth Nars

Basel ist wieder einmal in Wallung. Es droht der Stadt etwas genommen zu werden, was sie zwar nicht besitzt, ihr aber doch irgendwie gehört: Der FC Basel. Die Stadt kennt dieses Gefühl und wer die Stadt kennt, weiss, wie sie reagiert: Sie versucht zu kaufen, um auch zu besitzen, was ihr doch schon gehört. Am Geld ist dies bisher nie gescheitert.

Legendär ist der Volksentscheid von 1967, mit dem sechs Millionen Franken bewilligt wurden, damit zwei Picasso-Gemälde, die im Kunstmuseum hängen, von der Basler Daig-Familie Staechelin nicht ins Ausland verhökert werden.

«Rettet Basel» war anfänglich von einem ähnlichen Geist getragen, als es galt, die «Basler Zeitung» aus den Fängen des rechtspopulistischen Milliardärs Christoph Blocher zu befreien. An Geld hat es ebenfalls nicht gefehlt, doch die Aktion endete bekanntlich durchzogen; die «Basler Zeitung» blieb verloren und als blasse Erinnerung daran existiert noch das Onlineportal «Bajour».

Nun gilt es, den FC Basel zu retten. So zumindest befiehlt es das Kollektivgefühl dieser Stadt. Die 16 Millionen Franken, die zunächst nötig sind, um mit dem unbeliebten Präsidenten Bernhard Burgener ins Gespräch zu kommen, werden wahrscheinlich aufzutreiben sein. Doch die Stadt weiss mittlerweile: Geld allein hilft nicht, um auch zu besitzen, was einem vermeintlich schon gehört.