Antisemitismus
Friedensforscher Johan Galtung wird an der Uni abgesägt

Die World Peace Academy (WPA) hat die Reissleine gezogen und suspendiert den norwegischen Friedensforscher Johan Galtung vom Studienprogramm Master of Advanced Studies in Peace and Conflict Transformation.

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Friedensforscher Johan Galtung war in letzter Zeit sehr umstritten. Key

Friedensforscher Johan Galtung war in letzter Zeit sehr umstritten. Key

Damit wird Galtung wohl nie mehr an der Uni Basel dozieren dürfen. Wie die WPA in einer Mitteilung schreibt, hätten zwei Gründe den Ausschlag für den Entscheid gegeben. Zum einen habe die Studienleitung seit geraumer Zeit unterschiedliche Vorstellungen von den Unterrichtsmethoden. Zum anderen hätten «unsorgfältige und verletzende Äusserungen zu Fragen, die speziell für Juden sensibel sind», dazu beigetragen.

Galtung hatte gegenüber dem israelischen Nachrichtenmagazin Ha’aretz gesagt, dass Auschwitz zwei Seiten gehabt habe und die Juden den Antisemitismus nach dem Ersten Weltkrieg selbst gefördert hätten.

Ueli Mäder steht als Ordinarius für Soziologie an der Uni Basel in der Verantwortung der internen Konflikt-Angebote. «Die Aussagen Galtungs sind nichts anderes als überaus irritierend und sträflich», sagt er. Die Universität hat die direkte Kooperation mit Galtung schon länger aufgegeben. Mäder will die Aussagen zwar keinesfalls entschuldigen, sagt aber: «Man muss auch die Verdienste Galtungs würdigen können. Ich glaube nicht, dass er ein Antisemit ist.» (lsi)