Frustrierte Ladeninhaber
Muttenzer KMU ärgern sich über verweigerten Sonntagsverkauf

In Muttenz sind einige Ladeninhaber frustriert: Sie wollten am vergangenen Sonntag am Fest zum Abschluss der Sanierungsarbeiten an der Hauptstrasse ihre Geschäfte offen halten. Dafür wollte KMU Muttenz einen bereits bewilligten Sonntagsverkauf eintauschen.

Hans-Martin Jermann
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Während dem Fest zum Abschluss des Sanierungsarbeiten an der Hauptstrasse in Muttenz.

Während dem Fest zum Abschluss des Sanierungsarbeiten an der Hauptstrasse in Muttenz.

Tobias Gfeller

In Muttenz sind einige Ladeninhaber frustriert: Sie wollten am vergangenen Sonntag am Fest zum Abschluss der Sanierungsarbeiten an der Hauptstrasse ihre Geschäfte offen halten. Dafür wollte KMU Muttenz einen bereits bewilligten Sonntagsverkauf eintauschen. Konkret wäre das der 31. Oktober gewesen. Im Baselbiet sind jährlich sechs verkaufsoffene Sonntage erlaubt, an denen Arbeitnehmende beschäftigt werden dürfen.
Doch aus diesen Plänen wurde nichts: Das Kantonale Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (Kiga) verbot den Tausch: Ein dringendes Bedürfnis für eine Bewilligung sei hier nicht gegeben, hiess es. Ein Verschieben der Daten wäre demnach nur in absoluten Ausnahmefällen möglich. Letztlich wurden am Fest rund 1000 Besucher gezählt.

CVP-Landrat fordert flexiblere Handhabe

Für CVP-Landrat und Gewerbepolitiker Marc Scherrer ist die starre Haltung der Behörden unverständlich: «Da gibt der Kanton zu Recht Millionen für Corona-Härtefallhilfen aus. Doch auf der anderen Seite lehnt er ein niederschwelliges Instrument ab, von dem einige KMU in dieser schwierigen Zeit hätten profitieren können.» Das Fest in Muttenz sei vorbei, doch müsse der Vorfall aufgearbeitet werden. «Die lokalen Gewerbevereine sollten künftig die Sonntagsverkäufe einfacher abtauschen können.» Vorliegend habe man in Muttenz wegen der Baustelle und Corona nicht Monate im Voraus wissen können, wann das Fest stattfindet. Die Termine für die Sonntagsverkäufe müssen aber bis am 31. Oktober des Vorjahres eingegeben werden. Scherrer stösst nun mit einer Interpellation im Landrat nach.

Auch Gemeindepräsidentin Franziska Stadelmann hätte sich vom Kanton mehr Flexibilität gewünscht. Mit dem ablehnenden Entscheid kann sie indes leben. «Ich empfand die Einschränkung nun nicht als sehr gravierend», sagt Stadelmann. Zumal Familienbetriebe ohnehin offen halten durften.

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