Gastkommentar
Der Appell der Gesundheitsdirektoren von Stadt und Land: «Sie sind das Rückgrat der Pandemiebekämpfung»

Die Impfkampagne in Basel-Stadt und Basel-Landschaft hat vor bald einem halben Jahr begonnen, mit der Eröffnung von Impfzentren Ende Dezember 2020 in beiden Kantonen. Seither sind wir unterwegs aus der Krise hinaus: Die Impfung ist ein Weg zurück in die Normalität, einem Leben mit gesellschaftlichen Kontakten wie vor der Coronapandemie.

Lukas Engelberger, Thomas Weber
Lukas Engelberger, Thomas Weber
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Die beiden Gesundheitsdirektoren appellieren an die Bevölkerung beider Basel, sich impfen zu lassen, sofern noch nicht geschehen.

Die beiden Gesundheitsdirektoren appellieren an die Bevölkerung beider Basel, sich impfen zu lassen, sofern noch nicht geschehen.

Kenneth Nars

Es zeigt sich, dass sehr viele Baslerinnen und Basler, Baselbieterinnen und Baselbieter hoch motiviert sind, sich impfen zu lassen. Wir danken allen herzlich, welche bei der Impfkampagne mitmachen und sich bereits impfen oder registrieren lassen haben. Das sind bereits jetzt zwei Drittel der impfberechtigten Bevölkerung. Sie sind das Rückgrat der Pandemiebekämpfung.

Viele Menschen sind noch unentschlossen oder skeptisch. Wir möchten ihnen sagen, dass wir ihre Bedenken ernst nehmen und dass ihre Anmeldung jederzeit willkommen ist. Wir sind überzeugt, dass die Impfung der Weg aus der Krise ist, der den grössten Erfolg verspricht. Das können wir an der eindrücklichen Wirkung beobachten, welche die Covid-Impfungen – gemeinsam mit dem Testen und den Hygiene- und Schutzmassnahmen – auf die Zahl der Neuinfektionen und den Hospitalisierungen in der Schweiz und unserer Region haben. Der Rückgang ist enorm. Diese Entwicklung war auch in anderen Ländern mit einer hohen Impfbereitschaft – wie Israel – zu beobachten.

Wirtschaftliches und gesellschaftliches Leben normalisieren

Eine hohe Covid-19-Impfquote in Basel-Stadt und Basel-Landschaft ist wichtig. Wer sich gegen Covid-19 impfen lässt, tut sich einen Gefallen, seinen Angehörigen und dem Gemeinwesen. Die Impfung trägt dazu bei, das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben mit all seinen Facetten wieder zu normalisieren.

Impfungen gehören zu den wichtigsten Errungenschaften in der Geschichte der Medizin. Neben der Verbesserung der Hygiene haben vor allem Impfungen dazu geführt, dass übertragbare Krankheiten in den Industrienationen nicht mehr Todesursache Nummer 1 sind, wie es noch vor 100 Jahren der Fall war.

Impfungen stimulieren das körpereigene Abwehrsystem und schützen vor ernsthaften Erkrankungen und deren Komplikationen. Sie sind durch ihren präventiven Charakter in jedem Fall preiswerter, als teilweise schwer verlaufende Krankheiten zu behandeln und Pandemien zu bekämpfen, wie wir dies seit eineinhalb Jahren erleben. Zu betonen bleibt, dass die Impfstoffe in der Schweiz von einer unabhängigen Behörde (Swissmedic) in einem ordentlichen Zulassungsverfahren geprüft und anschliessend von den Expertinnen und Experten der Eidgenössischen Kommission für Impffragen empfohlen wurden. Sie dürfen nach dem aktuellsten Stand der Wissenschaft als sicher gelten und verdienen unser Vertrauen.

Stabile Situation ohne Einschränkungen

Die Strategie der Schweiz zur Bewältigung der Epidemie beruht auf den drei Pfeilern Impfen, Testen und nicht-pharmazeutische Massnahmen (Hygiene- und Schutzregeln). Wichtigster Orientierungspunkt ist der Impffortschritt der Bevölkerung. Durch die zunehmende Anzahl Geimpfter in der Schweiz ist eine zeitnahe Normalisierung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens realistisch.

Das Tempo der Massnahmen-Lockerung folgt dem Fortschritt der Impfkampagne – in drei Phasen. Die erste Phase dauerte, bis sich die impfwilligen besonders gefährdeten Personen vollständig impfen lassen konnten, und machte noch weitgehende Schutzmassnahmen nötig. Derzeit sind wir in der sogenannten Stabilisierungsphase, in welcher die Impfung für die gesamte Bevölkerung offensteht. Da noch Wartelisten bestehen, haben noch nicht alle, die das wünschen, beide Impfungen erhalten. Deshalb sind noch relativ einschränkende Stabilisierungsmassnahmen notwendig. Dann beginnt die sogenannte Normalisierungsphase, unter der Bedingung, dass sich die Wirkung der Impfungen bestätigt und nicht durch Mutationen unterwandert wird.

Somit ist klar: Je mehr Personen sich impfen lassen, desto rascher und nachhaltiger können wir in eine stabile Situation ohne Einschränkungen übergehen. Nach dem Impfangebot an die Risikogruppen und die impfwillige Bevölkerung geht deshalb unser Impfangebot nun speziell an diejenigen, die der Impfung skeptisch oder zurückhaltend gegenüberstehen.

Ein Drittel beider Kantone ist bereits komplett geimpft

Dass sich alle Einwohnerinnen und Einwohner dieses Landes innert so kurzer Zeit impfen lassen können, ist einmalig und das Resultat eines enorm anspruchsvollen Projekts. Wichtig: Die Impfung ist für die Bevölkerung gratis. Die Kantone finanzieren und organisieren die Impfkampagne vor Ort, während der Bund für die Impfstoffbeschaffung zuständig ist.

Bereits ist in beiden Kantonen ein Drittel der Bevölkerung komplett mit einer Erst- und Zweitimpfung geimpft. Hinzu kommen rund 20 Prozent mit einer Erstimpfung sowie 10 Prozent registrierte Personen, die noch auf einen Impftermin warten. Das ist bereits sehr gut, aber wir möchten mehr, denn wir streben eine rasche, vollständige und nachhaltige Überwindung der Krise an.

Das Risiko muss verkleinert werden

Wir haben es bald geschafft, jetzt benötigen wir aber die Solidarität aller. Denn selbst bei einer hohen Impfbereitschaft von 75 Prozent der erwachsenen Bevölkerung bleiben immer noch rund 2,5 Millionen Menschen in der Schweiz ungeimpft, sind damit weiterhin für das Coronavirus empfänglich und können dieses weitergeben. Es besteht auch das Risiko, dass sich Personen nicht mehr an die Massnahmen halten und dass auch Nicht-Geimpfte in Versuchung geraten können, vermehrt Kontakte einzugehen und diese risikoreicher zu gestalten.

Das Virus wird also nicht verschwinden. Je mehr Leute geimpft sind, desto kleiner wird aber das Risiko, dass sich das Virus wieder verbreitet. Deshalb erneuern wir täglich unser Angebot: Wir laden alle Einwohnerinnen und Einwohner unserer beiden Kantone ein, sich für die Impfung anzumelden, wenn sie das noch nicht getan haben.

Lukas Engelberger (Gesundheitsdirektor Basel-Stadt, CVP) und Thomas Weber (Gesundheitsdirektor Baselland, SVP)