Gastronomie
Lockdown nicht überlebt: Aus für Hotel Basilisk und Restaurant Trio

Das traditionsreiche Kleinbasler Hotel schliesst seine Pforten per Ende Juni – bevor das Gebäude in zwei Jahren rücksaniert wird, soll eine Zwischennutzung für neues Leben sorgen.

Julian Förnbacher
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Das Ende einer Ära: Das Restaurant Trio ist geschlossen.

Das Ende einer Ära: Das Restaurant Trio ist geschlossen.

Julian Förnbacher

Donnerstagmittag beim Kleinbasler Kasernen-Areal: Die Sonne scheint, das Quartier erwacht zum Leben. Die Restaurants und Cafés sind geöffnet, zahlreiche Anwohner und Geschäftsleute kehren zum Mittagessen ein oder spazieren durch die Strassen. An der Klingentalstrasse sticht jedoch ein Fleck heraus, der von dem emsigen Treiben ausgenommen ist: Die lauschige Terrasse des Restaurant Trio, welches unmittelbar an das Hotel Basilisk anschliesst, ist verlassen.

Keine Menschen, keine Tische, keine Stühle. Zwischen den Steinplatten am Boden spriesst Unkraut. Auch der Innenraum des Restaurants ist leer, nur ein Schutzkonzept und ein «Support Your Locals»-Plakat hängen noch im Schaufenster – eine Szenerie voll bitterer Ironie. Denn das Restaurant, das zugleich auch Bar und Café war, hat die Coronazwangspause nicht verkraftet und konnte nach dem Beizen-Lockdown nicht mehr öffnen, wie die drei Gründer, Roman Tschopp, Marius Thurnherr und Henning Grebe, auf der Website des Lokals schreiben.

Traditionelles Hotel schliesst nach über fünfzig Jahren

Doch damit nicht genug. Auch das angrenzende Hotel Basilisk, das einst mit dem Restaurant verbunden war, wird bald verschwinden, wie Hotel-Betreiberin Priska Cavegn auf Anfrage bestätigt.

Per Ende Juni endet die Geschichte des Traditionshotels, welches seit seiner Eröffnung in den frühen 1970er-Jahren zu einer festen Grösse im Quartier wurde.

Die Erbengemeinschaft der Familie Cavegn, die das Hotel seit drei Generationen führte, wird das 1894 erbaute Haus, zu dem Hotel und Restaurant gehören, verkaufen – die Immobilien-Anlagestiftung Ecoreal übernimmt das Gebäude per 1. August. Zu den genauen Gründen für den Verkauf möchte sich Cavegn gegenüber der bz nicht äussern.

Auch die Ecoreal lässt sich noch nicht tief in die Karten blicken. Lea Bürgi, Leiterin Operations, verrät lediglich, dass es geplant sei, eine Rücksanierung des Gebäudes vorzunehmen, um wieder näher an dessen einstiges Erscheinungsbild heranzukommen.

Pläne für Zwischennutzung sind noch offen

So solle etwa statt des gegenwärtigen Flachdachs wieder ein Steildach installiert werden. «Nach der Sanierung wollen wir auf eine standortgerechte Nutzung im Erdgeschoss wie Restaurant, Retail oder persönliche Dienstleistungen setzen. Zusammen mit einem Basler Architekturbüro erarbeiten wir aktuell ein Vorprojekt für die Sanierung. Gleichzeitig wird eine Zwischennutzung für das Restaurant mit der grosszügigen Aussenfläche und dem Hotel geprüft», sagt Bürgi. Wie genau die Zwischennutzung, die zwei bis höchstens drei Jahre dauern soll, aussehen wird – ob etwa eine Nutzung der einstigen Hotel-Räumlichkeiten als Wohnraum oder künstlerische Fläche vorgesehen ist – ist noch offen.

Genauso offen ist auch die Frage, was mit der verlassenen Terrasse des Restaurants Trio geschieht. Ab Mitte August wolle man mit der Zwischennutzung beginnen, wie Bürgi bestätigt. Die Frist zur Einreichung von Konzepten für potenzielle Zwischennutzungsprojekte läuft noch bis nächsten Dienstag.