Gastronomie
Warten auf Goliath: Die Eröffnung des Hafenkrans verzögert sich einmal mehr

Einmal mehr kommt es zu Verzögerungen beim Umbau des Basler Hafenkrans. Immerhin, die Bauarbeiten haben begonnen. Die Bar wird aber wohl erst im Sommer 2022 eröffnet.

Helena Krauser
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Die Vorbereitungsarbeiten beim Hafenkran haben begonnen.

Die Vorbereitungsarbeiten beim Hafenkran haben begonnen.

Foto: Nicole Nars-Zimmer

Seit vier Jahren steht der grosse Kran am Eingang des Hafenareals und wartet darauf, endlich wieder genutzt zu werden. Eines Tages sollen hier Drinks genossen und Events gefeiert werden – mit Blick auf den Rhein und den Novartis Campus. Doch, ob das Projekt tatsächlich irgendwann Realität wird, oder sich die Bauverzögerungen noch über Jahre hinweg ziehen, vermag heute niemand mehr zu sagen. So oft schon wurde die Eröffnung der Hafenkran-Bar für den jeweils kommenden Sommer angekündigt.

Nach einer Phase des Schweigens meldet sich nun der verantwortliche Gastronom Simon Lutz zu Wort. «Für diesen Sommer wird es wohl nicht mehr reichen», schreibt er auf Anfrage der bz.

Die Erstellung der Verträge, die umfangreichen Vorbereitungsmassnahmen inklusive der Verlegung neuer Leitungen und nicht zuletzt die Ungewissheit der Coronakrise sorgten immer wieder für eine Verlangsamung des Bauprojekts.

Rund um den Hafenkran werden neue Leitungen verlegt.

Rund um den Hafenkran werden neue Leitungen verlegt.

Foto: Nicole Nars-Zimmer

Anschlüsse werden zurzeit verlegt

Immerhin ist der Umbau des Hafenkrans mittlerweile vor Ort sichtbar. Absperrungen wurden aufgestellt und in unmittelbarer Nähe wird die Strasse aufgerissen. «Derzeit werden von der Stadt die Wasser-, Abwasser- und Stromanschlüsse gelegt. Die Fertigstellung seitens der Stadt wird gegen Ende August erwartet. Erst dann können wir selber Installationen vornehmen», so Lutz. Diese würden wohl zusätzlich noch drei bis vier Wochen in Anspruch nehmen. Da die Bar, wie die anderen Lokale an der Uferstrasse, nur in den Sommermonaten betrieben werden soll, ist eine Eröffnung in diesem Jahr somit nicht mehr möglich.

Drinks, Kultur und Industriecharme

Vor ein paar Wochen reichte Lutz das Baugesuch ein. Seitdem sind einige Details über das Projekt bekannt. Der Hafenkran «Goliath» soll so einen einfachen und bescheidenen gastronomischen und kulturellen Betrieb beherbergen. Angeboten werden auf den 68 Quadratmetern hauptsächlich Getränke und Snacks.

Ausserdem sollen Veranstaltungen wie Open-Air-Kinovorstellungen, Lesungen, Stand-up-Comedy-Events und Flohmärkte stattfinden. Neben einer Ausschanktheke auf der Plattform wird es unter dem Kran einen Barcontainer geben. «Goliath» soll am Anfang der Uferstrasse an die Geschichte des Hafenareals und die Bedeutung der Industrie für die Stadt Basel erinnern.

Der Hafenkran wird am Klybeckquai entladen
8 Bilder
Der Hafenkran wird am Klybeckquai entladen.
Der Hafenkran wird am Klybeckquai entladen.
Der Hafenkran wird am Klybeckquai entladen.
Der Hafenkran wird am Klybeckquai entladen.
Der Hafenkran wird am Klybeckquai entladen.
Der Hafenkran wird am Klybeckquai entladen.
Der Hafenkran wird am Klybeckquai entladen.

Der Hafenkran wird am Klybeckquai entladen

zvg

Ein arbeitsreiches Leben

Der Barbetrieb wäre für den alten Hafenkran nur ein Zeitvertreib im Ruhestand. Sein arbeitsreichen Tage hat er bereits hinter sich. Bis er an einem Augusttag im Jahr 2017 an die Uferstrasse gebracht wurde, stand er im Hafen St. Johann. Also dort, wo sich jetzt der Novartis Campus und die Rheinuferpromenade befinden. Seit 1972 arbeitete er dort gemeinsam mit vier weiteren Hafenkränen für die Firma Ultra Brag. Die anderen Kräne wurden verschrottet. Nur er wurde als Geschenk der Novartis an die Stadt Basel über den Rhein geschifft. Um ihn gastronomisch nutzen zu können, musste er an die neuen Begebenheiten angepasst werden. Es wurden Gitterroste ausgelegt und der Maschinenraum leer geräumt. Wenn der Hafenkran nun etwas pausieren kann, bevor das nächste Projekt ansteht, ist das wohl verdient.