Gesundheitskosten
Erstmals Reduktion für alle Altersklassen: Krankenkassenprämien werden in Basel-Stadt 2,1 Prozent günstiger

Obwohl die Kosten in Basel-Stadt und Baselland fallen, bleibt der Stadtkanton schweizweit der Spitzenreiter.

Helena Krauser Jetzt kommentieren
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Die Krankenkassenprämien sind ein hoher Kostenpunkt in vielen Schweizer Haushalten.

Die Krankenkassenprämien sind ein hoher Kostenpunkt in vielen Schweizer Haushalten.

Bild: Christian Beutler

Auch im kommenden Jahr sind die Krankenkassenprämien in Basel-Stadt im Vergleich zu den anderen Kantonen sehr hoch. Gemessen an der Höhe der sogenannten mittleren Prämie, fallen für die Versicherten in Basel-Stadt 2022 schweizweit sogar die höchsten Kosten an. 409.80 müssen demnach monatlich bezahlt werden. In Baselland ist dieser Wert mit 360.10 Franken deutlich niedriger. Die mittlere Prämie verwendet das Bundesamt für Gesundheit (BAG) seit 2018 als Vergleichswert. Sie stellt den Durchschnitt über sämtliche Versicherungsmodelle und Franchisestufen dar. Die mittlere Prämie entspricht dem gesamten Prämienvolumen geteilt durch die Anzahl Versicherte.

Im Gegensatz zum Jahr 2021 sind die Kosten in Basel-Stadt um 2,1 Prozent gefallen. 2021 kostete die mittlere Prämie im Stadtkanton nämlich 418.40 Franken. Das entspricht einer Senkung von 8.60 Franken. Im Vergleich dazu: Vom Jahr 2020 zum Jahr 2021 hat sich die mittlere Prämie nicht verändert. Es kam also zu einem sogenannten Nullwachstum.

Am stärksten betroffen von der Prämiensenkung sind die jungen Erwachsenen von 19 bis 25 Jahren. Sie müssen künftig im Durchschnitt 12.40 Franken weniger pro Monat bezahlen. Für Erwachsene über 26 Jahre sinkt die Prämie um 11.40 Franken. Für Kinder beträgt die Reduktion 2.70 Franken.

Die Prämien sinken auch im Baselbiet

Auch in Baselland wird die mittlere Prämie günstiger. Sie sinkt von 360.10 auf 358.10 Franken. Somit müssen im Durchschnitt 2.10 Franken pro Monat weniger bezahlt werden. Die Senkung entspricht 0,6 Prozent.

Auch hier profitieren die jungen Erwachsenen am meisten. Sie bezahlen im kommenden Jahr durchschnittlich 2.80 Franken weniger pro Monat.

Beide Kantone liegen folglich im oberen Feld der Prämiensenkung. Im schweizweiten Durchschnitt fallen die Kosten nur 0,2 Prozent niedriger aus.

Gemeinsame Gesundheitsregion soll Kosten weiter senken

Der Kanton Basel-Stadt sei der Ansicht, dass eine moderatere Entwicklung der Prämien oder gar Prämiensenkungen im Kanton schon seit mehreren Jahren möglich gewesen wären, da die Krankenversicherten in Basel-Stadt bedeutende Reserven aufbauen konnten, teilt er am Dienstag mit. Das Gesundheitsdepartement (GD) habe diese Tatsache gegenüber dem BAG immer wieder moniert.

Damit sich die Kosten in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung im Kanton Basel-Stadt auch in den kommenden Jahren dem nationalen Durchschnitt annähern, müssten die kantonalen und regionalen Anstrengungen zur Eindämmung des Ausgabenwachstums jedoch weiterverfolgt werden, schreibt das GD. Ein Meilenstein sei dabei die Umsetzung des Staatsvertrages zwischen den Kantonen Basel-Stadt und Baselland zur gemeinsamen Gesundheitsregion.

Da die Prämien immer ein Abbild der Kosten seien und die Jahre 2020 und 2021 unter dem Einfluss der Coronapandemie stehen, könnte die weitere Entwicklung der Kosten für die Krankenkassenprämien prospektiv nicht eindeutig beurteilt werden, teilt Anne Tschudin, die Sprecherin des GD, auf Anfrage mit. Sie sagt:

«Wir sind jedoch zuversichtlich, dass sich die Gesundheitskosten und damit die Prämien in der Grundversicherung weiterhin moderat entwickeln werden, wenn die Anstrengungen zur Eindämmung des Ausgabenwachstums weiterhin aufrechterhalten bleiben».
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