GeistSchreiber
Länger leben – dank Corona

Der Geistschreiber Willi Näf ist Autor, Ghostwriter und Satiriker. Der Heimweh-Appenzeller lebt in Bubendorf und beobachtet für die «Schweiz am Wochenende» das Zeitgeschehen.

Willi Näf
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Deutsche Coronatote haben im Schnitt zwei Jahre länger auf der Welt verbracht, als es laut mittlerer Lebenserwartung zu erwarten wäre. Das hat doch was zu bedeuten!

Deutsche Coronatote haben im Schnitt zwei Jahre länger auf der Welt verbracht, als es laut mittlerer Lebenserwartung zu erwarten wäre. Das hat doch was zu bedeuten!

Bild: Keystone

Heut mal eine frohe Botschaft. «Keine Übersterblichkeit: Lebenserwartung von Coronatoten zwei Jahre höher als normal!» Gelesen habe ich den fetten Post auf Facebook. Bei der AfD Leipzig. Man muss nur die mittlere Lebenserwartung der Deutschen (82) und den Altersmedian der Coronatoten (84) vergleichen und – schwupps! – merkt man, dass Covid-19 das Leben verlängert. Entdeckt hat die AfD diese bahnbrechende Erkenntnis der statistischen Wissenschaft bei der Epoch Times, die mal wieder bringt, was andere verschweigen. Jene 38 AfD-Abgeordneten, die das Bundesland Sachsen stolz nach Berlin schickt, bieten den deutschen Bestattern sicher Hilfestellung, wie man Tote einsargt, die noch zwei Jahre Lebenserwartung haben.

Natürlich wird Diktatorin Merkel ihre Deutschen eiskalt weiter impfen. Damit sie zwei Jahre früher sterben und Platz machen für die Umvolkung durch Ausländer. Aber unser demokratischer Schweizer Bundesrat wird die lebensverlängernden Eigenschaften von Covid-19 zum Wohl des Volkes nutzen und nächsten Mittwoch wiedermal eine neue Strategie präsentieren: Homeoffice, Maske und Burka werden verboten, der Handschlag wird befohlen und der Aerosolpfnüsel subventioniert. Und die Taskforce darf intelligente Journalistenfragen beantworten: Wie lange muss man positiv sein, um in den Genuss der zwei zusätzlichen Lebensjahre zu kommen? Was, wenn man positiv war, aber gar nicht 84 werden will? Kann man sich nachträglich lebensverkürzend impfen lassen? Und schlägt sich das auf die coronabedingte statistische Untersterblichkeit nieder?

Sowieso, die Untersterblichkeit. Diese Woche fragte ein Interviewer Bundesrat Cassis: «Es könnte 2021 oder 2022 zu einer Untersterblichkeit kommen – dann sähe die Bilanz gar nicht so schlecht aus?» Cassis daraufhin: «Das ist möglich.» Die Antwort ist fast so gescheit wie die Frage, denn es stimmt: Wer heute stirbt, stirbt morgen nicht mehr. Und wer den Beobachtungszeitraum noch mehr ausdehnt, entdeckt, dass die menschliche Sterblichkeit bei faszinierend genauen 100 Prozent liegt. Hübsch, nicht?

Um eine Statistik so anzulegen, dass sie die eigene Bilanz aufbrezelt, braucht man nicht mal Mitglied bei der AfD zu sein.