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Heilmittelherstellung in Handarbeit

Arlesheim Mit der Gründung der Klinik Arlesheim vor 100 Jahren wurden Anwendung und Forschung der Anthroposophischen Medizin an einem Ort konzentriert. Bis heute werden die Heilmittel vor Ort hergestellt.

Erstellt durch die Verlagsredaktion für die Gemeinde Arlesheim
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Einrühren von Schlehen.

Einrühren von Schlehen.

Bilder: PD

Frauenärztin Ita Wegman das «Klinisch-Therapeutische Ins­titut» – das erste anthroposo­phische Krankenhaus weltweit – und setzte damit einen Meilenstein in der Geschichte der Anthroposophischen Medizin. Die Pionierin erarbeitete spezielle Pflegeformen wie Einreibungen oder die rhythmische Massage – auch in Zusammenarbeit mit Rudolf Steiner. Zum ganzheitlichen Verständnis gehörte dabei die Schulung der Wahrnehmungsfähigkeit bei Ärzten und Pflegenden sowie ein Bewusstsein für die pharmazeutischen Prozesse bei der Heilmittelherstellung. Daher war von Anfang an klar, dass die Klink ein eigenes Heilmittel­labor unterhält, in dem wissenschaftlich geforscht und Heilmittel hergestellt werden. «Die Nähe zu Ärzten und Patienten war und ist sehr wichtig, um unser Sortiment anpassen zu können», so Amélie Pequignot, Leiterin des Heilmittellabors. Zwölf Mitarbeitende sind für die Herstellung der aktuell 600 Heilmittel zuständig. Von der Ernte bis zum Verpacken wird alles in Handarbeit durchgeführt. Das macht es einfacher, auf die Wünsche der verschreibenden Ärzte einzugehen, die sich bei der Mittelauswahl an den individuellen Besonderheiten des ­Patienten orientieren. Schliesslich wird der Mensch in der Anthroposophischen Medizin ganzheitlich betrachtet, individuelle Charakteristika sind ebenso wichtig wie die Körpersprache und die Mimik des Patienten. Um Körper, Seele und Geist in Einklang zu bringen, verschreibt der Arzt Medikamente, die die Selbstheilungskräfte anregen.

Im Einklang mit der Natur

Sammeln von Heilkräutern.

Sammeln von Heilkräutern.

Es versteht sich fast von selbst, dass für die Heilmittel nur sorgfältig ausgesuchte Pflanzen verwendet werden und bei der Ernte Rücksicht auf Natur und Landschaft genommen wird. Ein grosser Teil des Heilpflanzenbedarfs kommt aus dem eigenen Klinikgarten, aus biologisch-dynamischem Anbau. Bei Besichtigung des Labors waren die Labormitarbeiter dort gerade dabei, Schachtelhalme zu ernten. Eine wichtige Heilpflanze in der Anthroposophischen Medizin. «Wir fahren aber auch schon mal in die Vogesen, um wilde Arnika zu besorgen», so Amélie Pequignot. Neben der Herstellung bewährter Heilmittel wird in Zusammenarbeit mit Ärzten stets auch an neuen Mitteln geforscht, aktuell unter anderem ein Präparat zur Behandlung von Demenz. «Daneben sind wir gerade dabei, den Einsatz von Birkenrinde auszuweiten.» Neben Pflanzen spielen auch tierische Ausgangsstoffe sowie Mineralien eine grosse Rolle in der Heilmittelherstellung. «In der Anthroposophie ist der Mensch mit dem Kosmos und der Natur verbunden, weshalb tierische, pflanzliche und mineralische Heilmittel auf den menschlichen Organismus wirken können.» Damit sie die bestmögliche Wirkung erzielen, werden bei der Ernte und Verarbeitung von Heilpflanzen und bei der Herstellung von Heilmitteln auch die Tages- und Jahreszeitenrhythmen mit einbezogen.

Salbenherstellung.

Salbenherstellung.

Wohngesunder Neubau

Auch beim Neubau des Heilmittellabors und der Klinik richtet man sich nach der Natur. Die neuen Gebäude werden als ­Massivholzbau in Zusammenarbeit mit Holz100 realisiert. Bei Holz100 kommt Mondholz zum Einsatz, das dichter ist als konventionell geerntetes Holz und Schädlingen somit fast keine Nahrung bietet. So kann auf giftige Holzschutzmittel verzichtet werden. Zudem wird mit Holzdübeln statt Leim gearbeitet. Das Ergebnis ist ein wohngesundes Klima, das den Patientinnen und Patienten sowie den Mitarbeitenden zugutekommen wird.