Solaranlage

Gemeindepräsident Vögtli zapft die Sonne an

Stefan Vögtli (l.) hat seine vierte Solaranlage auf Werner Bürgins Stalldach installiert. Sie liefert Strom für bis zu zehn Haushalte. Foto: Juri Junkov

Stefan Vögtli (l.) hat seine vierte Solaranlage auf Werner Bürgins Stalldach installiert. Sie liefert Strom für bis zu zehn Haushalte. Foto: Juri Junkov

Solarenergie Stefan Vögtli aus Lupsingen produziert mit vier Solaranlagen Strom; sein jüngstes Kraftwerk steht in Rünenberg

Als er vor neun Jahren die erste Solaranlage auf dem Dach seines Einfamilienhauses installiert habe, sei dies noch ein Hobby gewesen, sagt Stefan Vögtli. Mittlerweile aber meint es der Lupsinger Gemeindepräsident ernst mit der Sonnenenergie. Er betreibt unterdessen drei weitere Solarkraftwerke, zwei in Giebenach und jetzt ein viertes in Rünenberg. Die Umwandlung von Sonnenstrahlen in elektrische Energie ist zu einem Geschäftszweig seiner Firma waldmarketing.ch geworden.

Im «Sonnendorf» Rünenberg habe sich das Dach von Landwirt und Gemeinderat Werner Bürgin geradezu als Standort angeboten, sagt Vögtli. Bürgin stellt das Dach des Stallgebäudes gegen Miete zur Verfügung: «Die Anlage hat in Rünenberg ein grosses Echo ausgelöst», sagt er.

Tag der offenen Tür soll aktivieren

Vögtli und Bürgin organisieren deshalb am 16.Oktober einen Tag der offenen Tür. «Wir wollen die Leute dazu animieren, selber aktiv zu werden», sagt Vögtli. Eine solche Anlage sei relativ einfach zu montieren. Die Installation in Rünenberg habe gerade einmal zehn Tage gedauert.

Vögtli will am Tag der offenen Tür aber auch Kunden für seinen Solarstrom «Made in Rünenberg» gewinnen: Wer Rünenberger Strom bezieht, zahlt zum EBL-Normaltarif hinzu einen Aufpreis von 40 Rappen pro Kilowattstunde (kWh).

Seine Solaranlagen finanziert Stefan Vögtli aus der eigenen Tasche: «Von den Banken erhält man dafür kein Geld.» Für den Strom, den Vögtli ins Netz der EBL fliessen lässt, erhält er zurzeit höchstens 20 Rappen pro kWh. «Damit eine Anlage in zwanzig Jahren abbezahlt ist, brauche ich aber 50 bis 60 Rappen», sagt Vögtli.

Rentabel wären seine Kraftwerke deshalb derzeit nur, wenn er von der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) profitieren könnte. Das ist aber vorerst nicht möglich, da nicht genügend Fördergelder vorhanden sind. «Wer seine Anlage anmeldet, kommt auf eine Warteliste und muss mehrere Jahre warten.» Grossprojekte würden bevorzugt behandelt, ärgert sich Vögtli. Die grossen Elektrizitätswerke seien auch die grossen Profiteure; Tausende Privatpersonen mit ihren kleinen Anlagen gingen leer aus.

Die grossen Elektrizitätswerke wollten offenbar nicht, dass jeder seinen Strom selber produziert. «Dadurch geht die Breitenwirkung verloren», bedauert Vögtli.

Trotzdem glaubt er weiter an seinen Sonnenstrom. In Deutschland rechne man damit, dass sich die Preise von Solar- und Normalstrom bereits in zehn Jahren angleichen werden. «Der Normalstrom wird teurer, gleichzeitig sinken die Produktionskosten für Solarstrom», sagt Vögtli. Grosse Anlagen arbeiteten heute schon bei einem Strompreis von 40Rappen pro Kilowattstunde kostendeckend.

Dank Massenproduktion der Solarzellen und einem verbesserten Wirkungsgrad würden die Preise für Solaranlagen weiter fallen. «Vor neun Jahren waren die Kosten noch doppelt so hoch», sagt Vögtli.

Tag der offenen Tür am 16. Oktober auf dem Hof von Werner und Annemarie Bürgin am Althausweg 191 in Rünenberg. Neben der Solaranlage gibt es Elektroautos und -velos zu sehen, Probefahrt inbegriffen.

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