Reaktion auf Kritik?
Basler Polizei kämpft weiter gegen Diskriminierung

Um weiter gegen Rassismus und Diskriminierung vorzugehen, sieht die Basler Kantonspolizei einen ganzheitlichen Ansatz vor. Sie reagiert damit wohl auf einen politischen Vorstoss. Einen besonderen Anlass für die Massnahmen gebe es nicht.

Elodie Kolb
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Mehr Massnahmen gegen Diskriminierung bei der Basler Kantonspolizei.

Mehr Massnahmen gegen Diskriminierung bei der Basler Kantonspolizei.

Kantonspolizei Basel-Stadt

Die Basler Kantonspolizei möchte den «bewussten Umgang mit Diversität im Alltag der Polizistinnen und Polizisten weiter fördern». Dies teilt das Justiz- und Sicherheitsdepartement (JSD) am Mittwoch mit. Statt sich nur auf potenziell diskriminierende Personenkontrollen zu fokussieren, strebe man eine Gesamtstrategie an, die bis Ende des Jahres ausgearbeitet werden soll.

Diese baue auf die vor zwei Jahren angekündigten Sensibilisierungsmassnahmen der Polizei auf. Damals reagierte das JSD auf einen politischen Vorstoss. Diese weiteren Massnahmen, welche in der Mitteilung noch nicht weiter konkretisiert werden, folgen auf die Evaluation eines «Blue-Eyed-Workshops», der im Dezember polizeiintern durchgeführt worden sei. Bei diesem Antidiskriminierungstraining seien die Teilnehmenden in zwei Gruppen eingeteilt worden, «Blauäugig» und «Braunäugig», und auf Basis dieses Merkmals systematisch diskriminiert.

«Möglichst viele Aspekte in Sensibilisierung einschliessen»

Wie der Medienmitteilung zu entnehmen ist, sollte dies die Teilnehmenden auf «tatsächliche und empfundene Diskriminierung» sensibilisieren. Am Anlass haben laut JSD 23 Polizisten und eine Polizistin teilgenommen ­– alle in Vorgesetztenfunktion. Der Workshop habe ergeben, dass das Thema Diskriminierung auch bei den Teilnehmenden als wichtig eingestuft werde. Man wolle jetzt neben der Personenkontrolle «möglichst viele weitere Aspekte des polizeilichen Alltags in diese Sensibilisierung einschliessen».

Das JSD betont aber auch, dass die Kantonspolizei bereits seit langem auf den gesellschaftlichen Wandel reagiert, namentlich als erster Schweizer Korps, der Ausländerinnen und Ausländer mit Niederlassungsbewilligung C aufgenommen hatte. Ausserdem fördere man gezielt Frauen.