Gesundheitsversorgung
Die neue Spitalliste greift durch: Spitäler beider Basel erhalten ein Drittel weniger Leistungsaufträge

Die Gesundheitsdirektoren Lukas Engelberger und Thomas Weber präsentierten heute Vormittag die erste gemeinsame Spitalliste beider Basel. Mit ihr soll der Überversorgung in Bereichen wie der Orthopädie oder Urologie der Riegel geschoben werden. Tatsächlich sollen 34 Millionen Franken pro Jahr gespart werden können.

Michael Nittnaus
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Auch das Unispital Basel wird bei den Eingriffen, die es durchführen darf, stärker beschränkt als bisher. Vergleichsweise kommt es aber gut weg.

Auch das Unispital Basel wird bei den Eingriffen, die es durchführen darf, stärker beschränkt als bisher. Vergleichsweise kommt es aber gut weg.

Juri Junkov/Archiv

Die Zahlen lassen keine Zweifel: Die erste gemeinsame Spitalliste beider Basel, die ab dem 1. Juli 2021 in Kraft treten soll, verändert die Gesundheitsversorgung der Region. Auf die Kampfansage der beiden Gesundheitsdirektoren Lukas Engelberger (BS) und Thomas Weber (BL) vor einigen Jahren, damit der Überversorgung in einigen Bereichen ein Ende zu setzen und das Wachstum der Gesundheitskosten zumindest zu dämpfen, folgen Taten.

Wurden bisher in Basel-Stadt und Baselland 466 Leistungsaufträge für alle medizinischen Eingriffe an die Spitäler der Region vergeben, sind es nun nur noch 309. Das sind 33 Prozent weniger. Und in Bereichen, in denen eine Überversorgung besteht wie der Orthopädie, Urologie, Hals-Nasen-Ohren oder Kardiologie, gibt es neu Mengenbeschränkungen pro Eingriffsart. Diese reduzieren die Leistungsmenge um 3200 Fälle pro Jahr, so die Kantone in einer ersten Medienmitteilung.

Wahlfreiheit für Patienten weiter vorhanden

Damit sollen bis ins Jahr 2024 Versicherer und Kantone rund 34 Millionen Franken pro Jahr sparen können. Da einige Spitäler nun nicht mehr alle bisherigen Eingriffe durchführen dürfen, besteht die Gefahr, dass Patienten nur noch eine eingeschränkte Wahlfreiheit haben, in welches Spital sie gehen. Die Regierungen halten aber fest, dass 95 Prozent der Leistungen auch in Zukunft in vier oder mehr Spitälern der beiden Basel erbracht würden.

Die gleichlautenden Listen treten am 1. Juli in Kraft. Allerdings sind Beschwerden einzelner Leistungserbringer denkbar. Die Listen gelten bis Ende 2025.