Kult-Glacé
Gelateria di Berna kommt flussabwärts nach Basel – «das ist ein Abenteuer»

Diese Woche zeigt sich der Sommer auch in Basel von der besseren Seite. Gutes Timing für die Gelateria aus der Bundeshauptstadt eine Filiale in Basel zu eröffnen.

Elodie Kolb
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Ab Donnerstag auch in Basel: die Gelateria di Berna.

Ab Donnerstag auch in Basel: die Gelateria di Berna.

Kenneth Nars

In Bern und in Zürich stehen die Menschen Schlangen für sie, für die farbigen, süssen Kugeln der Gelateria di Berna. Bereits im Mai kündete das Familienunternehmen an, an einer Filiale in Basel interessiert zu sein. Am Donnerstag ist es dann soweit: Pünktlich zum verspäteten Sommerstart in Basel eröffnet die Gelateria einen Laden an der Offenburgerstrasse 32. «Man könnte fast meinen, das Wetter hätte auf uns gewartet», lacht Hansmartin Amrein, Mitgründer der Gelateria di Berna.

«Zwei Monate floss unsere ganze Energie Aare abwärts an den Rhein ins Kleinbasler Matthäusquartier», so Amrein. Am Mittwoch wird die erste Glacé direkt vor Ort angerührt, am Donnerstag um 12 Uhr sollen dann die ersten Cornets über die Theke gehen.

«Es ist ein Abenteuer. In der ganzen Gastro-Lethargie der Pandemie setzen wir diesen Kontrapunkt mit der Eröffnung»,

meint Amrein. Die Leitung der Gelateria habe in «rekordverdächtigem Tempo» das leer stehende Lokal ausgebaut. Und damit interessierte Passantinnen und Passanten angezogen, die neugierig waren und gar Hilfe beim Ausbau geboten hätten: «Diese Begegnungen waren sehr schön und haben uns beflügelt, sodass wir keinen Tag verlieren und die Leute nicht auf die Folter spannen wollten.» Erst am Montag hatten sie das finale grüne Licht der Behörden bekommen und die Bauabnahme bestanden. «Fast wie im Krimi», sei die Prüfung des Lokals gewesen, sagt Amrein.

«Die radikalste Gelateria di Berna ‹ever›»

Wie in den bestehenden Filialen hat auch die Gelateria di Berna in Basel nicht in der Innenstadt ihren Platz gefunden. Mit dem Standort oberhalb der Dreirosenbrücke werden die Rheinschwimmerinnen und Rheinschwimmer aber wohl gerne nach der Abkühlung für ausgeklügelte Gelati und Sorbets anstehen. Die Standorte in den Quartieren der Städte sei einerseits dem finanziellen Aspekt geschuldet, «andererseits möchten wir keine Passanten-Gelateria, sondern ein Quartierstreffpunkt sein.» Geplant sei die Expansion nach Basel aber nicht gewesen, sondern habe sich eher zufällig entwickelt, als eine Mitarbeiterin der Gelateria di Berna in Kontakt mit dem Eigentümer der Offenburgerstrasse 32 gekommen sei.

Von der Vitrine im Laden solle nichts ablenken.

Von der Vitrine im Laden solle nichts ablenken.

zvg

Der Laden in Basel solle laut Amrein, die «radikalste Gelateria di Berna ‹ever›» werden. Die Glacé-Vitrine werde im Zentrum stehen, und es solle im Laden nichts geben, das davon ablenkt. Die Gelateria werde sich dann auch auf Glacé fokussieren und nichts anderes verkaufen.

Kirschen, Kardamom und Senfsamen

Für die Eröffnung in Basel habe der Kreativkopf des Unternehmens und «Gault-Millau»-Koch Simon Apothéloz anhand einer Velotour von Bern ins Basler Matthäusquartier sensorische Eindrücke gewonnen und ein Basler Gusto für die Eröffnung kreiert, wie Amrein verrät: Kirschen, Kardamom und Senfsamen vereinen sich darin. «Es ist ein Special, das sonst nirgendwo funktionieren kann. Es ist eine Hommage und ein Brückenschlag an die Offenburgerstrasse.»

Erfolg bedeute für ihn weniger finanziellen Erfolg, sondern genügend zu verdienen um eine gewisse Sicherheit zu haben. So habe das Unternehmen im letzten Jahr trotz Pandemie und schlechtem Start in den Sommer niemanden entlassen müssen. Aber Erfolg bedeute für ihn auch: «Unsere Flausen ausleben zu können», so Amrein. «Zum Beispiel ein Randen-Wasabi-Sorbetto auszuprobieren.»

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