Persönlich
Scharfes Essen: Wie viel Scoville ist zu viel?

Wie bestellt man im Thai-Restaurant so, dass man nachher nicht nur hustet und heult? Noch wichtiger: Was macht man, wenn man immer nur die europäisierte Schon-Variante aufgetischt kriegt?

Stefan Strittmatter
Stefan Strittmatter
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Andernorts auf diesem Portal finden Sie einen Bericht über Basels beste Thai-Restaurants. Ich gebe zu: Ich bin neidisch auf meine Kollegen, die sich für diese Top 5 die Bäuche mit Leckereien vollschlagen durften. Denn ich verehre alles, was nur ansatzweise mit Kokosmilch, Limetten und Zitronengras gefertigt wird. Doch habe ich nach all den Jahren in Restaurants mit asiatischer Küche noch immer ein grundlegendes Problem: jenes der Schärfe.

Anders als bei vielen meiner Landsleute ist es dabei nicht so, dass ich mich in Sachen Schärfe überschätze, schwitzend und hustend vor meinem Teller sitze und Bergeweise Naturreis nachbestellen muss. Im Gegenteil: Egal, wie ich meine Bestellung formuliere («Ja, ganz fest wirklich, gerne sehr sehr scharf, bitte!»), ich bekomme stets die europäisierte Schön-Variante serviert.

Küche ist nicht Labor

Freilich kann man den Schärfegrad in der messbaren Einheit Scoville angeben, aber das funktioniert eben nur im Labor und nicht in der Küche. So hilft nur eines: Das immer gleiche Restaurant aufsuchen, etwas Scharfes bestellen und dann beim Bezahlen die Frage «Wars gut?» beantworten mit «Ja, aber zu wenig scharf».

Oder man lässt einen eben servierten Som Tam in die Küche zurückbringen mit der Bitte um viel mehr Chillies in diesem grossartigen Gemisch aus Papaya, Erdnüssen, Fischsauce, Knoblauch und Rohrzucker. Das habe ich unlängst getan. Danach sass ich den Rest des Essens weinend am Tisch. Es waren auch Freudentränen dabei.

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