In der vergangenen Woche informierten die beiden Basel über die Zukunftspläne im Rahmen des «Tramnetz 2020». Seit Freitag hat die Baselland Transport AG (BLT) ihr Netz erweitert. «Die neue Gratislinie der BLT», lautet die Ankündigung. Dabei geht es nicht etwa um eine neue Tramlinie, sondern um das kostenlose WLAN-Angebot in den zehn verkehrenden Tango-Trams.

Bis gestern Mittag haben sich innert fünf Tagen bereits 3050 Benutzer für das «BLT Freenet» registriert. «Das ist fantastisch und übertrifft unsere Erwartungen bei Weitem», zeigt sich BLT-Direktor Andreas Büttiker hoch erfreut.

Enorme Nachfrage

Die grösste Auslastung wird jeweils zwischen 17 und 18 Uhr verzeichnet. Teilweise sind dann bereits bis zu 20 Benutzer in einem Tram online. «Wir hatten mit durchschnittlich fünf bis 15 gerechnet.» Auf die enorme Nachfrage, die das Bedürfnis zeige, wurde auch bereits reagiert: «In den nächsten Tagen wird die Anzahl der Hotspots in den Fahrzeugen verdoppelt», sagt Büttiker.

Die Kosten für das Angebot werden mit den durch die Taktverdichtung entstandenen zusätzlichen Werbeeinnahmen gedeckt. «Allein mit der Dachwerbung von anderthalb Tango-Trams sind die Ausgaben für das ‹BLT Freenet› gedeckt», sagt Büttiker stolz. Es sei der BLT ein Anliegen gewesen, dass das WLAN eigenwirtschaftlich betrieben werden könne.

In einer ersten Phase wird das Angebot auch in die zusätzlichen neuen Tango-Kompositionen eingebaut, die bis Mitte Jahr in Verkehr gesetzt werden. In einer zweiten Phase werden dann auch die vorderen Wagen der sogenannten Sänfte-Trams entsprechend aufgerüstet. «Im Busbereich ist in absehbarer Zeit nichts vorgesehen», bemerkt Büttiker.

«Unterwegs noch mehr bieten»

Die Hauptmotivation der BLT sei es gewesen, die «Zeit im Tram optimal nutzbar zu machen». Als Konkurrent zum Individualverkehr seien solche Komfort-Angebote schliesslich auch wichtig. «So können wir für die Zeit unterwegs noch mehr bieten», führt Büttiker aus.

In einem Test der bz hat das «BLT Freenet» durchaus zufriedenstellend funktioniert. Die typischen Online-Aktivitäten für Pendler, wie E-Mails zu versenden oder Websites zu besuchen, funktionieren tadellos und in einer sehr angenehmen Geschwindigkeit. Einzig beim Streamen von Videos – beispielsweise von der Plattform «Youtube» – treten Probleme auf. Das Bild ruckelte im Test und blieb immer wieder stehen. Das hänge mit der Verbindungsumgebung zusammen, erklärt Büttiker.

Die Router greifen mit modernster Technologie auf die Swisscom-Hotspots zu und dabei könne es «je nach Umgebungsfaktoren auch einmal zu einer etwas langsameren Verbindung kommen».

Gewisse Websites sind gesperrt

Die Registrierung der Benutzer mittels Natelnummer ist nötig, damit jeder Zugang klar identifizierbar ist. Der Datenverkehr der Benutzer werde gemäss den gesetzlichen Vorgaben während zweier Wochen gespeichert. Büttiker betont: «Weitere Daten erheben wir nicht.» Bisher seien die Kundenreaktionen sehr positiv ausgefallen.

«Wir haben einen gewissen Schutz ins ‹BLT Freenet› implementiert», sagt Büttiker. So seien die gängigsten Websites mit pornografischen, gewalttätigen oder extremistischen Inhalten für die Benutzung gesperrt. Die BLT sei aber zurückhaltend mit Sperrungen und verstehe sich nicht als Moralapostel. «Wir tragen aber auch eine gewisse Verantwortung.»