Am internationalen Tag der Pflege fordert heute der Schweizerische Verband der Pflegefachfrauen und -männer (SBK) mehr Kompetenzen. So würde der Beruf attraktiver und die prekäre Personalsituation könne verbessert werden.

In Basel aber ist die Situation nicht prekär, obwohl der Bedarf an Personal insbesondere in der Langzeitpflege, steigt: «Wir haben keinen Mangel an Pflegefachkräften wegen der vielen Grenzgänger», sagt Siegfried Uttenweiler, Vorstandsmitglied und Medienverantwortlicher der SBK-Sektion beider Basel. Vor allem aus dem süddeutschen Raum kämen viele nach Basel. Insgesamt leben etwa 40 Prozent aller Pflegefachkräfte, die in der Region arbeiten, im Ausland.

Das bestätigt Philipp Waibel, Bereichsleiter der Gesundheitsdienste Basel-Stadt: «Wir profitieren bei den Pflegefachleuten auch von der geografischen Lage im Dreiländereck.» Gezielt rekrutiert werde aber im grenznahen Ausland nicht: «Sie kommen von selbst.»

Waibel betont, der Kanton beobachte die Entwicklung genau – besonders im Bereich Langzeitpflege. Im letzten Jahr hat ein Gespräch mit allen Beteiligten – Spitälern, Pflegeheimen, Organisationen für die Pflege zu Hause und Ausbildungsinstitutionen – stattgefunden. «Es hat sich kein unmittelbarer Handlungsbedarf herausgestellt.»

Mehr Leute ausbilden

Da der Kanton verantwortlich ist, die Versorgung zu sichern, laufen trotz der noch entspannten Lage verschiedene Projekte. Zum Beispiel bietet das Bildungszentrum Gesundheit Basel-Stadt ab Frühling 2013 zum ersten Mal Teilzeitausbildungen für Pflegefachkräfte an. Und um Wieder- und Quereinsteiger zu rekrutieren, erarbeitet derzeit die Fachhochschule Nordwestschweiz gemeinsam mit Kanton und Ausbildungsstätten ein entsprechendes Programm.

In der Grundausbildung wurden in den letzten Jahren zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen, zum Beispiel für die dreijährige Lehre zur Fachfrau Gesundheit. «Innerhalb von sieben Jahren ist die Zahl der Lehrstellen von 60 auf 200 angestiegen», sagt Romy Geisser Roth, Geschäftsführerin der Organisation der Arbeitgeber beider Basel im Gesundheitswesen. Es sei aber klar, dass künftig noch mehr Ausbildungsplätze geschaffen werden müssten.

Bei den Fachfrauen und -männern sei das Ziel bei 250. Bedarfsanalysen hätten ergeben, dass es bis 2019 sogar 300 sein müssten. «Das ist angesichts der geburtenschwachen Jahrgänge, die nun die Schule verlassen, eine grosse Herausforderung.» Eine Möglichkeit, dem zu begegnen sei, den Beruf künftig attraktiv zu gestalten, trotz Kosten- und Zeitdruck.

Tag der Pflegenden: Standaktionen sind bei der Schifflände in Basel und im Stedtli in Liestal, jeweils von 10 bis 13 Uhr.