Das Theater Basel verzeichnet zwar mehr Besuchende aus Baselland als aus dem Stadtkanton, doch letzterer trägt mit aktuell 31,6 Mio. Fr. den weit grösseren Budgetanteil als der Landkanton mit rund 4 Millionen. Am 13. Februar sagte das Baselbiet jedoch an der Urne knapp Nein zu einer Aufstockung um rund 4,25 Mio. im Jahr.

Die SVP regte daher an, die Regierung solle prüfen und berichten, ob man nicht alle Nicht-Baselstädter mit höheren Eintrittspreisen für die hoch subventionierten Theaterplätze stärker zur Kasse bitten könnte. Das sei keine Strafe, sondern Verursacherprinzip und wohl «einzige Möglichkeit», sagte ihr Sprecher am Mittwoch im Plenum.

Gegen falsches Signal

Die Basler SP, deren Präsident vor der Baselbieter Abstimmung die Idee teurerer Billette für den Fall eines Neins geäussert hatte, äusserte sich nun zwar skeptisch; das sei wohl «nicht zielführend». Dennoch plädierte sie für Überweisen, damit die Regierung in einem Bericht Klärung liefern könne. Ähnlich argumentierte die FDP.

Die Liberalen geisselten hingegen teurere Auswärtigen-Preise als «Schritt in die Provinzialität» und «ganz falsches Signal». Mehrere Voten unterstützten diese Sicht. Das Grüne Bündnis warnte vor einer Retorsionsmassnahme, da die Regierung ohnehin einen Bericht versprochen habe - der SVP-Vorstoss sei nur Wahlkampf-Propaganda.

Mehrfach hiess es zudem, man dürfe nicht just jene Baselbieter treffen, die mit ihrem Besuch das Theater unterstützten. Auch wurden Zweifel an der praktischen Machbarkeit geäussert. Mögliche Mehreinnahmen seien unverhältnismässig gering verglichen mit einer anzustrebenden gemeinsamen Trägerschaft, hiess es weiter.

Gemeinsame Theater-Trägerschaft

Ein zweiter SVP-Anzug für eine gemeinsame Theater-Trägerschaft der beiden Basel hatte denn auch mehr Erfolg: Dieser wurde mit 50 gegen 16 Stimmen bei 7 Enthaltungen deutlich an die Regierung überwiesen. Die SVP hatte darauf hingewiesen, dass eine breitere Basis für das Theater das Ende der baselstädtischen Alleinbestimmung bedeuten würde.


Einzig die CVP sprach sich gegen den Vorstoss aus. Man solle diese Forderung, die wohl Baselbieter Subventionen von etwa 15 Mio. bedeuten würde, erst später bringen. Zudem sei der darin ebenfalls angeregte Einbezug weiterer Nachbarkantone sowie des Elsass und Südbadens unrealistisch.