Der Austragungsort der gestrigen Medienkonferenz im Clubhaus des FC Arlesheim war nicht zufällig gewählt. Die FDP aus Arlesheim macht sich Sorgen um die zukünftige Standortentwicklung der Domgemeinde. Sie sieht ein grosses Zukunftspotenzial für neue Gewerbeflächen und Wohnraum in der direkten Nachbarschaft der Spielflächen des hiesigen Fussballvereins.

«Arlesheim ist gebaut», eröffnete Parteipräsident Balz Stückelberger die Präsentation der Vision und brachte damit zum Ausdruck, dass die Gemeinde momentan keine Baulandreserven bietet, wenn nicht bestehende Liegenschaften im Gegenzug weichen würden. «Gemäss einer Umfrage leben 99,6 Prozent der Bevölkerung gerne oder sehr gerne hier. Wir müssen nun Sorge tragen, dass dies auch in Zukunft so bleibt», sagte Stückelberger.

Unter der Leitung von Stephan Kux, dem ehemaligen Leiter der Standortförderung des Kantons Zürich, ist in diesem Zusammenhang ein Forderungs- und Massnahmenkatalog zur Standortpolitik entstanden, der sicherstellen soll, dass in Arlesheim auch künftig Wohn- und Gewerberaum gesichert wird. «Wir wollen in erster Linie ein qualitatives und weniger ein quantitatives Wachstum bewirken», sagte Kux.

Kernstück: Projektidee für das Gebiet «Im Tal»

Kernstück der langfristigen Planung ist eine durch den Architekten Heinz Burgener erarbeitete Projektidee für das Gebiet «Im Tal». Neben den SBB-Geleisen im Tal würden zurzeit rund 60000 Quadratmeter Grünfläche an bester Lage für eine Kompostierungsanlage genutzt, sagte Burgener. Auf diesem Gelände wäre aber eine hochwertige gewerbliche Nutzung möglich. Aufgrund der terrassierten Geländeform könne auf dem Dach der Gewerbebauten Bauland geschaffen werden, das direkt an das Quartier Mattweg/Schlehdorn anschliesst. Ausserdem soll das an die Birs angrenzende Gebiet «Schoren», auf dem heute vorwiegend Lagerhallen stehen, in eine Grünzone umgewandelt werden.

Die Referenten hielten fest, dass es sich beim vorgestellten Projekt lediglich um eine Planungsidee für die kommenden Jahrzehnte handeln würde. Weitere visionäre Massnahmen sind etwa der Einsatz für die Beibehaltung eines tiefen Steuerfusses, die Einsetzung einer Fachkommission Standortpolitik, die Schaffung eines Gründerzentrums im Tal sowie ein zielgerichtetes Standortmarketing. Generell soll der Standortpolitik in der Gemeinde Arlesheim ein grösserer Stellenwert als bis anhin eingeräumt werden. «Standortpolitik ist Chefsache», ist dementsprechend dem Massnahmenkatalog zu entnehmen.

«Wenn im Gebiet Schoren ein Bau geplant wird, ist der Zug für unsere Idee bereits abgefahren», sagte Heinz Burgener zur Frage, weshalb die Präsentation gerade jetzt komme. Allerdings liegt auch die Vermutung nahe, dass die nahenden Landratswahlen der FDP die Möglichkeit bieten, sich zu profilieren.