Nun wollen sie die Schweizer Staatsbürgerschaft: Die Familie aus Therwil, deren Söhne der Lehrerin den Handschlag verweigern. Der Vater hat für sich und seine Familie ein entsprechendes Gesuch gestellt, wie die «Basler Zeitung» am Samstag berichtet. Es sei am 4. Januar bei der Baselbieter Sicherheitsdirektion eingegangen.

Als bekannt geworden war, dass die Sekundarschule von Therwil den 14- und 16-jährigen Söhnen eine Handschlag-Dispens erteilte, ging ein Aufschrei der Entrüstung durchs Land. Seither wird wieder einmal heftig über Integration und die Grenzen des Tolerierbaren debattiert.

Das Baselbieter Amt für Migration überprüft aktuell den Integrationsgrad der Familie. Dessen Leiter Hanspeter Spaar sagte gegenüber der «Basellandschaftlichen Zeitung»: «Wir werden jedes einzelne Mitglied der Familie befragen»

Dabei geht es nicht um den Handschlag, sondern ganz allgemein um die Integration der Familie, ihre Sprachkenntnisse, ihre wirtschaftliche Situation, etc. Das ist auch deshalb möglich, weil der Kanton Basel-Stadt, wo der Vater in der König-Faysal-Moschee als Imam arbeitet, mit allen muslimischen Geistlichen eine Integrationsvereinbarung abgeschlossen hat.

Der Vater kam 2001 als Flüchtling aus Syrien in die Schweiz.

«Ich denke nicht, dass wir da klein beigegeben haben»: Jürg Lauener, Rektor der Sekundarschule Therwil

«Ich denke nicht, dass wir da klein beigegeben haben»: Jürg Lauener, Rektor der Sekundarschule Therwil

(Tele Züri, 4.4.2016)