Interview
Heimkehr der Olympiasiegerin mit Baselbieter Wurzeln

Dominique Gisin ist das Aushängeschild der diesjährigen Genusswochen. Der bz erzählt sie im Interview, was sie mit dem Baselbiet verbindet.

Tomasz Sikora
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Zum ersten Mal auf der Wasserfallen: Olympiasiegerin Dominique Gisin.

Zum ersten Mal auf der Wasserfallen: Olympiasiegerin Dominique Gisin.

zvg/Thomas Moor

Bis Ende September dauern die Baselbieter Genusswochen, die dieses Jahr ganz im Zeichen der Zwetschge stehen, noch an (die bz berichtete). Zu den diesjährigen Highlights zählen besonders zwei Anlässe. Baselland Tourismus konnte die ehemalige Spitzenskirennfahrerin und Olympiasiegerin Dominique Gisin als Aushängeschild für zwei Events im Rahmen der Baselbieter Genusswochen gewinnen: eine Wanderung von der Bergstation Wasserfallen zur «Hinteri Egg», dem höchsten Punkt des Baselbiets, und ein «Höhenflug-Dinner» im Restaurant Leue in Waldenburg. Die bz hat sich auf die Socken gemacht, um mit der Innerschweizerin auf der Wasserfallen über ihren Besuch im Baselbiet zu sprechen.

Frau Gisin, das Baselbiet ist nicht gerade als Ski-Kanton bekannt. Wie kommt es, dass gerade Sie zum Aushängeschild der diesjährigen Genusswochen wurden?

Dominique Gisin: Die Anfrage von Baselland Tourismus kam unerwartet, denn das Baselbiet ist tatsächlich nicht gerade fürs Skifahren bekannt. Ich bin aber Bürgerin von Rothenfluh und habe Familie im Baselbiet. Einen Grossonkel in Rothenfluh und eine Grossmutter in Pfeffingen. Ich kenne das Baselbiet also von früheren Besuchen relativ gut. Auf der Wasserfallen bin ich aber zum ersten Mal. Es gefällt mir!

Was verbinden Sie denn mit dem Baselbiet?

In erster Linie viele Kindheitserinnerungen von den Besuchen bei meiner Grossmutter und meinem Grossonkel, der auf seinem Hof Pferde hat. Ich muss immer an ihn denken, wenn ich Pferde sehe. Auch bei den Pastetli, die wir eben im Restaurant Hintere Wasserfallen gegessen haben, habe ich mich an meine Kindheit erinnert gefühlt. Ausserdem ist das Baselbiet natürlich Kirschen- und Zwetschgenland, davon gab's bei meinen Familienbesuchen immer reichlich. Das Höhenflug-Dinner im Leue in Waldenburg heute Abend soll sich ja ganz um die Zwetschge drehen. Darauf freue ich mich ganz besonders, ich mag Zwetschgen sehr.

Sie haben auch während ihrer zahlreichen Verletzungspausen einige Zeit in der Region verbracht. Ja, in der Rennbahnklinik in Muttenz und auch noch im Altius-Zentrum für Sportmedizin in Rheinfelden.

Mit meinen zahlreichen Knieverletzungen wäre ich nirgends besser aufgehoben gewesen. Die Leute, die dort arbeiten, sind absolute Spezialisten und haben mir sehr dabei geholfen, wieder auf die Beine zu kommen, insbesondere Doktor Weisskopf vom Altius-Zentrum. Die Wanderung wurde besonders damit angepriesen, dass Ihnen das eine oder andere Geheimnis entlockt werden kann.

Was wollten die Leute von Ihnen wissen?

Die Fragen waren sehr unterschiedlich. Einige Teilnehmer befinden sich offenbar in schwierigen Lebensphasen und haben mich darauf angesprochen, dass ich mehrfach verletzungsbedingte Rückschläge einstecken musste und mich immer wieder in die Weltspitze zurückgekämpft habe. Sie wollten wissen, wie ich es geschafft habe, in so schwierigen Momenten nicht aufzugeben und trotz aller Widrigkeiten weiterzumachen. Meine Geschichte scheint ihnen Kraft zu geben und Hoffnung auf ein Happy End. Das war ziemlich berührend. Es freut mich, wenn ich so auf die Leute wirke.

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