Basel

Hooligans müssen mit Anzeigen rechnen

Die Hooligans wurden im Keller verhört.

Waaghof

Die Hooligans wurden im Keller verhört.

Die Basler Polizei war offenbar gut vorbereitet und hat vor dem Spiel des FC Basel gegen Bayern München gewalttätige Münchner Fans verhaftet. Die ebenfalls gewalttätigen Basler Fans konnten vorfliehen – vorerst.

«Wären wir auf diese Situation nicht vorbereitet gewesen, hätten wir nicht umgehend eingreifen können», sagt Klaus Mannhart, Mediensprecher der Basler Polizei. Diese hat am Dienstag um 16 Uhr auf dem Barfüsserplatz eine Massenschlägerei aufgelöst, die Anhänger des FC Basel und des FC Bayern München vor der Champions-League-Partie vom Zaun gebrochen hatten. 59 Personen wurden insgesamt festgenommen. Wie immer in solchen Fällen war auch Alkohol im Spiel.

Eine nicht alltägliche Anzahl von Festgenommenen, die alle verhört werden mussten. «Im Untergeschoss des Waaghofs besitzen wir eine Einrichtung, die einer solchen Anzahl gerecht wird», verweist Mannhart auf das Untersuchungsgefängnis an der Heuwaage. «Wir stiessen dabei aber an die Grenze unserer Kapazität.» Darüber, dass sie das Spiel zwischen den beiden FCB nicht mehr würden sehen können, seien die Inhaftierten «nicht sehr erfreut» gewesen, bemerkt Mannhart trocken.

Zum Spiel gehen durften die 36 Bayern-Anhänger, die um 17 Uhr von der Polizei in der Sternengasse angehalten worden waren, weil sie – wie die Polizei es ausdrückt – offensichtlich Randale suchten. «Von ihnen haben wir lediglich die Personalien aufgenommen und es bei einer Abmahnung belassen», sagt Klaus Mannhart.

Die Inhaftierten Bayern-Anhänger wurden nach dem Verhör um 1.30 Uhr in Busse gesetzt und von der Polizei an die deutsche Grenze begleitet. Ihnen droht nun ein Verfahren wegen Landfriedensbruchs und Raufhandels. «Kann sein, dass der eine oder andere sich noch vor Gericht verantworten muss», bestätigt Mannhart. Die Verhafteten sind alle der Anhängerschaft des FC Bayern München zuzuordnen.

Die gewalttätigen 15 Basler Fans, welche die Massenschlägerei ausgelöst hatten, konnten am Dienstag nicht dingfest gemacht werden. Aus dem Schneider sind sie damit aber noch nicht. «Wir werden noch Videos prüfen», sagt Klaus Mannhart, «und Personen, die wir erkennen, ebenfalls zur Rechenschaft ziehen.»

Vor einem Hochrisikospiel, wie es die Champions League am Dienstag nach Basel brachte, informiere sich die Polizei frühzeitig, ob gewaltbereite Anhänger mit anreisen könnten, verweist Mannhart auf die Vorbereitungen der Basler Ordnungshüter. «Zum Beispiel findet ein Austausch mit den betreffenden Vereinen statt.»

Ein Austausch wird nun auch via Medien stattfinden. «Der mediale Transport wird auch München beliefern», ist Klaus Mannhart überzeugt. Oder Rom, wo Anhänger zu finden sind, die bereits in der Europa-League-Saison 2009 in Basel negativ aufgefallen waren. Mit ihrem Handeln habe die Basler Polizei gegenüber Gewaltbereiten ein Zeichen gesetzt, erklärt Mannhart: «Das hat grosse Signalwirkung und bedeutet: In Basel kann man nicht machen, was man will.»

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