Sabina Hafner, wie erleichtert sind Sie über die Rettung des Bobverbands?

Sabina Hafner: Sehr. Das Gute ist, dass wir Leute haben, die nicht nur geredet haben, sondern auch etwas getan haben. Die vier Mitglieder der Taskforce, darunter Stephan Ritzler von meinem Bobclub Frauenfeld haben etwas geschafft, das ihnen viele nicht zugetraut hätten. Ich bin sehr stolz auf sie. Das ist eine Riesenleistung.

Dann ist der Verband über den Berg?

Hafner: Für diese Saison schon.

Woran krankt der in der Schweiz doch populäre Bobsport?

Hafner: Das ist schwierig zu sagen. Uns wurde gesagt, dass immer die letzte Unterschrift gefehlt hat. Man war mit vielen Interessenten kurz vor dem Abschluss, aber zustande kam es dann doch nicht. Ich weiss nicht, woran es schlussendlich lag. Unsere Stärke ist gleichzeitig unsere Schwäche. In der Schweiz haben wir viele Teams, die immer gegeneinander antreten und einander so fordern. Andererseits müssen wir aber auch zusammenarbeiten, was nicht immer einfach ist. Vielleicht ist deshalb der Verband immer wieder mal am Schwächeln.

Nun wird es in der nächsten Saison nur noch ein Frauenteam geben...

Hafner: (unterbricht) Nur ein Team im Weltcup. Und das auch nur die ersten vier Rennen in Nordamerika. Das hat zwei Gründe: Einerseits finanziell, andererseits kann das zweite Frauenteam im Europacup gleichzeitig sechs Rennen auf vier Bahnen bestreiten. Ich habe nie gesagt, dass ich unbedingt in den Weltcup möchte, denn im Hinblick auf EM und WM, die beide auf deutschen Bahnen stattfinden, ist der Europacup eine sehr gute Vorbereitung. Insofern ist das kein dramatischer Entscheid, den der Verband gefällt hat. Es ist nicht so, dass man dadurch die Qualifikation nicht schaffen könnte.

Aber Sie fahren grundsätzlich schon lieber im Weltcup?

Hafner: Sonst schon. Und auch jetzt will ich in den Weltcup. Aber in dieser Saison ist der Europacup auch sehr gut besetzt. Ich hätte kein Problem damit, wenn ich nicht nach Übersee könnte. Es ist sinnvoll, auf diese Art Geld zu sparen.

Also fahren Sie ohne grossen Druck in den Selektionsrennen in Winterberg im November?

Hafner: Mein Ziel ist ganz klar, Schweiz 1 zu werden und im Weltcup zu fahren.