Rauchverbot
In den meisten Cliquenkeller hat es sich ausgeraucht

Beim Rauchen hört in Basel Narrenfreiheit auf. Diese Fasnacht werden nur noch sehr wenige Cliquenkeller das Rauchen erlauben. Im aufmüpfigen Kleinbasel werden am ehesten Rauch-Keller zu finden sein.

Sebastian Moos
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Im Spalekäller wurde im letzten Jahr trotz Verbot geraucht. Für dieses Jahr hat der Vorstand noch keinen Entscheid gefällt.

Im Spalekäller wurde im letzten Jahr trotz Verbot geraucht. Für dieses Jahr hat der Vorstand noch keinen Entscheid gefällt.

Archiv/Andreas Maurer

Über den Cliquenkellern hängt der Rauch des Ungewissen. Wo wird das Rauchen diese Fasnacht noch erlaubt sein? Bereits letztes Jahr hatten sich mehr als zwei Drittel der Cliquenkeller an das Rauchverbot gehalten. Dieses Jahr scheint den Rauch-Befürwortern die Luft noch weiter auszugehen. André Frauchiger vom Basler Bau- und Verkehrsdepartement bestätigt: «Wir haben Kenntnis, dass grosse Cliquen die Regelung als notwendig angesehen haben und sich daran halten wollen.»

Auch beim Verein Fümoar scheint sich die Euphorie der letzten Jahre zu legen. Deren Präsident Mario Nanni kann noch nicht sagen, ob und wie viele der Keller das Rauchen erlauben werden. «Dies besprechen wir an einer Sitzung Anfang Februar. Es muss von den Mitgliedern abgesegnet werden.» Sicher sei nur, dass es die Schnupper-Mitgliedskarte von letzter Fasnacht wieder geben wird. Mit dieser kostenlos verteilten Karte können Gäste in Fümoar-Lokalen rauchen.

Der Rauch dreht

Nanni sagt allerdings auch, er spüre die Unsicherheit unter den Cliquenkellern. «Viele haben Angst, dass sie die Bewilligung verlieren könnten», und wollten sich deshalb ans Rauchverbot halten.

Im Keller der Aagfrässene zogen die Leute letztes Jahr noch an ihren Glimmstängeln. «Aufgrund des Abstimmungsresultats diesen Herbst hat sich der Vorstand nun aber entschieden, im Keller rauchfrei zu bleiben», legt deren Obmann Edi Brunner dar. Auch er glaubt, viele Cliquen hätten die Notwendigkeit eines Rauchverbots, gerade nach der Abstimmung, als notwendig eingesehen.

Astrid Grob: Einsame Kämpferin

Einsame Kämpferin auf weiter Flur für das Rauchen in ihrem Cliquenkeller bleibt Astrid Grob, Präsidentin der Guggemuusig Glopfgaischter. Sie will auch in diesem Jahr das Rauchen erlauben und ihren Keller nur Fümoar-Mitgliedern zugänglich machen. Zusätzliches Personal soll dies verstärkt kontrollieren. «Ich rechne allerdings bereits jetzt damit, dass die Polizei bei mir einlaufen wird.» Dass ihr Cliquenkeller im Kleinbasel liegt, bestätigt gemäss LDP-Grossrat André Auderset eine Tendenz: «Im aufmüpfigeren Kleinbasel werden wohl mehr Keller das Rauchen erlauben als im Grossbasel.»

Die Rechtslage ist Frauchiger zu Folge indes, Fümoar hin oder her, klar: Sind Cliquenkeller nur für Cliquen-Mitglieder offen, dürfen diese rauchen. Sobald es aber öffentlich wird, und seien dies nur die Familien der Mitglieder, gilt striktes Rauchverbot. Eine Verwaltungsgebühr von 300 Franken kann die Folge eines Regelbruchs sein.

Keine schwarze Liste

Für Frauchiger geht es aber nicht darum, eine schwarze Liste zu erstellen, «sondern dass sich alle an das Gesetz halten». Für ihn entspricht es nur dem gesunden Menschenverstand, dass Cliquenkeller gleich wie Restaurants behandelt werden. «Sonst entsteht eine Wettbewerbsverzerrung.» Er glaubt, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis sich alle an das Rauchverbot halten werden. Eine Umfrage der bz bei Cliquenkellern kommt zu dem Resultat, dass sich wohl die meisten dieses Jahr an das Rauchverbot halten werden. Um seinen Verein fürchtet Nanni dennoch nicht: «Fümoar geht weiter, da haben wir keine Bedenken.»