Donnerstag, 20 Uhr, im Gemeindezentrum Zeglingen. Wo es um diese Zeit normalerweise schon dunkel ist, brennen ausnahmsweise noch ein paar Lichter. «Hello, my name is Beat», oder «Excuse me, could you please tell me where the airport is?» hallt es durch den Gemeindesaal.

Erwachsene zwischen 30 und 60 Jahren sitzen wie in der Schule an Pulten. In der Mitte sitzt die 19-jährige Malaika Sutter, welche den Abendkurs leitet. Als Teil Ihrer Maturarbeit hat sie einen Gratis-Englischkurs für Anfänger angeboten. Dieser Kurs dauerte von September bis Mitte Dezember.

Schlüsselerlebnis in Kanada

«Als ich ein Austauschjahr in Kanada absolvierte, haben mich meine Eltern zweimal besucht. Da habe ich gemerkt, dass sie extrem Mühe hatten, sich auch nur ein wenig zu verständigen. Ich musste immer alles übersetzen», erklärt die Gymnasiastin.

«Das war für mich ein Schlüsselerlebnis und hat mir gezeigt, dass wir Jungen von heute das Privileg haben, schon in der Schule Englisch zu lernen.» Der Generation ihrer Eltern sei dies nicht vergönnt gewesen, weshalb diese heute mit der Sprache Mühe hätten.

«In der heutigen Welt durchbricht man die Kommunikationsbarriere mit Englisch», ist sich Malaika Sutter sicher. Dies habe sie auf die Idee gebracht, für ihre Maturarbeit einen Englischkurs für erwachsene Anfänger anzubieten. «Der Kurs handelt vor allem von alltäglichen Situationen rund ums Reisen.» Flughafen, Bahnhof, Restaurant und Hotel seien die klassischen Problemzonen für Reisende, welche der englischen Sprache nicht mächtig sind.

Positives Fazit

Bereits in den Sommerferien habe sie mit den Vorbereitungen begonnen. Die Vorbereitungszeit pro Lektion habe etwa je vier Stunden in Anspruch genommen. Der Englischkurs war in acht Kapitel eingeteilt, insgesamt leitete Malaika Sutter 16 Lektionen.

«Am Anfang musste ich mehr auf Theorie Wert legen, da die Teilnehmer ja praktisch kein Wort Englisch sprechen konnten.» Dann sei es nach und nach ins Mündliche übergegangen, bis die Teilnehmer nur noch Konversationen übten. «Der Kurs behandelte also nur zu einem Bruchteil die Grammatik, hauptsächlich ging es darum, dass sich die Teilnehmer im Englisch besser zurechtfinden.»

Rückblickend zieht Malaika Sutter ein positives Fazit ihres Englischkurses: «Ein Highlight für mich war, dass ich am Ende des Kurses erleben durfte, dass die Teilnehmer echte Fortschritte gemacht haben.»

So habe sie im ersten Kurs eine Übung gemacht, welche harzig verlief. Oft musste sie helfend eingreifen. Im letzten Kurs habe sie eine ähnliche Übung gemacht, welche dann problemlos und flüssig lief. «In diesem Moment war ich schon ein wenig stolz auf meine Schüler», gibt Malaika Sutter lächelnd zu.