Klybeck-Areal
Investoren zahlten 1,2 Milliarden Franken für das Basler Industriequartier

Ein gut gehütetes Geheimnis ist gelüftet: Den Preis, den Novartis und BASF für den Verkauf ihres Basler Industrieareals im Kleinbasel erzielten. Der Preis ist hoch. Der Verein Zukunft.Klybeck sieht schwarz für preisgünstigen Wohnraum.

Christian Mensch
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Luftaufnahme vom Klybeck-Areal in Basel.

Luftaufnahme vom Klybeck-Areal in Basel.

Erich Meyer / BLZ

Der Verein Zukunft.Klybeck ist fündig geworden. In den Tabellen des Statistischen Amts zu den Freihandverkäufen von Liegenschaftsparzellen im Kanton Basel-Stadt hatte sich die Zahl versteckt, die interessiert: Die Investoren, die vor zwei Jahren den Chemie- und Pharmaunternehmen BASF und Novartis, das Klybeck-Areal abgekauft haben, bezahlten dafür 1,2 Milliarden Franken.

Der Verein hat eine Initiative gestartet, die Investoren verpflichten will, bei Transformationsarealen mindestens die Hälfe der Geschossflächen für preisgünstiges Wohnen zu reservieren. Er rechnet nun vor: Für die 280000 Quadratmeter gekauften Landes resultiere ein Preis von 4000 Franken pro Quadratmeter. Damit stünden die Investoren unter derart hohem Renditedruck, dass es «kaum dauerhaft bezahlbare Wohnungen» geben werde. Der Preis werde sich auf die Mieten durchschlagen.

Gesetzlich zu preisgünstigem Wohnraum verpflichtet

Die Rhystadt AG, die zusammen mit Swiss Life das künftige Stadtquartier erworben hat, nimmt zum Preis nicht Stellung. Dazu sei Stillschweigen vereinbart worden, sagt Sprecher Adrian Kohler. Die Annahmen des Vereins seien jedoch «aus der Luft gegriffen», sagt Kohler. So hätten die Investoren nicht nur Land erworben, sondern auch Immobilien, die weitergenutzt würden. Zudem seien sie schon gesetzlich verpflichtet ein durchmischtes Quartier zu entwickeln, was zu 33 Prozent preisgünstiges Wohnen beinhalte.

Statt über den Preis möchte Rhystadt lieber über die weitere Entwicklung berichten. An einer Präsentation, die am Donnerstag um 19.00 Uhr per Live-Stream übertragen wird, soll das Richtprojekt präsentiert werden, aus dem die Anmutung der einzelnen Quartierteile erkennbar werde. Doch aus aktuellem Anlass wird wohl ein Programmpunkt nachgeschoben werden müssen: Wie verträglich preisgünstiges Wohnen sich zum Kaufpreis von 1,2 Milliarden Franken verhalten.