Kommentar
Die Freie Strasse – und sie lebt doch

So schlecht – wie vor ein paar Jahren beklagt – steht es um Basels wichtigste Shoppingmeile nicht.

Andreas Möckli
Andreas Möckli
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Die Freie Strasse zieht noch immer viele Kauflustige an.

Die Freie Strasse zieht noch immer viele Kauflustige an.

Nicole Nars-Zimmer

Sie hiessen Kost Sport, Botty, Kohler oder Spira. Es waren alles traditionsreiche Einzelgeschäfte, die sich während vieler Jahre in der Freien Strasse behaupteten. Mitte der 2010er-Jahre verliessen sie nach und nach Basels wichtigste Shoppingmeile. Das Lamento war gross. «Wer unternimmt endlich was?», fragte die «Basler Zeitung» im Jahr 2015 besorgt.

Angesichts der stadtweiten Wehklagen hätte man zeitweise meinen können, die Freie Strasse sei dem Tod geweiht. Der Einkaufstourismus und wachsende Online-Handel erschienen als schier unbesiegbare Kräfte. Als letzter Nagel im Sarg galt das damals neu eingeführte Verkehrsregime in der Innenstadt.

Doch weit gefehlt. Wer an einem Samstag durch die Freie Strasse schlendert, der merkt rasch: die Einkaufsmeile lebt. Selbst die Maskenpflicht und hohe Coronazahlen hielten die Menschen in den vergangenen Monaten nicht davon ab, sich in das Gedränge zu begeben.
Der Wegfall von Traditionsgeschäften in der Freien Strasse mag bedauerlich sein. Im Wettbewerb um die besten und teuersten Standorte haben sie gegen die grossen internationalen Ketten kaum eine Chance.

Das ist Teil der Marktwirtschaft, ob man das mag oder nicht. Dass der Detailhandel lebt, zeigen zahlreiche Neueröffnungen in den Quartieren. Die Vielfalt ist nach wie vor gross. Das mag nicht für die Freie Strasse gelten, aber doch für Basel als Ganzes.