Kommentar
Geiz ist geil statt richtig und schön

Die Birsfelder Sporthalle, erst 2003 eingeweiht, macht immer wieder Probleme. Jetzt plant die Gemeinde Ersatz.

Bojan Stula
Bojan Stula
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Basketball, NLA: Starwings - Boncourt in der Birsfelder Sporthalle.

Basketball, NLA: Starwings - Boncourt in der Birsfelder Sporthalle.

Kenneth Nars

Wie schon Oma sagte: Billig kommt richtig teuer. Das Trauerspiel um die Sporthalle Sternenfeld in Birsfelden, der nach nicht einmal 20-jähriger Betriebszeit die Abrissbirne droht, sollte fortan bei ähnlichen Projekten als mahnendes Beispiel dienen. Ebenso könnte es ein Fingerzeig in Richtung Aesch sein, wo gerade ein zunehmend gehässig werdender Abstimmungsstreit um die Kosten des Dom-Projekts im Gange ist.

Statt einer «richtigen» Halle, die an der Urne bei der Referendumsabstimmung wegen des 13-Millionen-Preisschilds abgelehnt wurde, baute man 2003 auf dem Sternenfeld eine Discount-Version für 5,6 Millionen Franken. Die Folgen sind bekannt, die Abbruch-Ankündigung der Gemeinde ist bloss das Ende mit Schrecken: Neben den aus dem Ruder gelaufenen Reparaturkosten wird viel zu früh die Investition für einen Ersatzbau fällig. Der Schluss daraus ist so banal, dass es beinahe peinlich wird, ihn auszusprechen: Hätte sich die Bevölkerung für das teurere Projekt entschieden, wäre es nicht nur günstiger geworden, sondern Birsfeldens Sportlerinnen und Sportlern hätten auch eine Heimstatt erhalten, bei deren Funktionalität sie nicht dauernd irgendwelche Kompromisse eingehen müssten.

Insbesondere auf Gemeindeebene kann noch heute beinahe jedes Bauprojekt mit dem Luxuskosten-Argument abgeschossen werden. Leider viel zu selten ist dagegen die Haltung, lieber für mehr Geld richtig und schön zu bauen und dafür jahrzehntelang Stolz und Freude am Gebauten zu empfinden.

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