Kommentar
Ist das Eymanns Handschrift?

Am Montagabend demonstrierten rund 800 Frauen anlässlich des Frauentags. Anschliessend wurden sechs Minderjährige von der Polizei kontrolliert.

Silvana Schreier
Silvana Schreier
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Zahlreich vor Ort: An der Demonstration zum Frauentag am 8. März war die Basler Polizei in Vollmontur anwesend.

Zahlreich vor Ort: An der Demonstration zum Frauentag am 8. März war die Basler Polizei in Vollmontur anwesend.

Juri Junkov

Im Februar schiesst die Polizei an einer unbewilligten Kurden-Demo mit Gummischrot. Vor einer Woche ziehen rund 1'000 FC Basel-Fans von der Polizei unbehelligt durch die Innenstadt. Am Montag beobachten Einsatzkräfte in Vollmontur die unbewilligte Frauentag-Kundgebung und greifen im Nachgang bei einer Personenkontrolle hart durch. Drei Polizeieinsätze, die sich in den ersten Amtswochen der neuen Regierungsrätin Stephanie Eymann (LDP) abspielen.

Bereits ihr Vorgänger Baschi Dürr (FDP) wurde von vielen Seiten für eine inkonsequente Handhabe bei Demonstrationen kritisiert. So griff er beim Frauenstreik 2020 durch, die «Black Lives Matter»-Kundgebung tolerierte er aber.

Offensichtlich hat auch Eymann als neue Polizeidirektorin noch keine Linie im Umgang mit solchen Situationen in der Demo-Stadt Basel gefunden. Wenn jedoch eine Kontrolle sechs minderjähriger Mädchen zum Einsatz von rund 30 schwerst ausgerüsteten Polizisten führt und eine 14-Jährige für den Besitz von Spraydosen abgeführt wird, deutet dies darauf hin, dass Demonstrierende in Basel künftig mit einer härter durchgreifenden Polizei rechnen müssen.