Kommentar
Wenn Leuchttürme überfordern

Zwei Mal musste die Basler Regierung nun schon zusätzliches Geld für die St. Jakobshalle sprechen. Das erinnert an andere grosse Bauprojekte im Kanton, die ebenfalls für Schlagzeilen sorgten.

Silvana Schreier
Silvana Schreier
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Termingerecht eröffnet, aber mit deutlichen Mehrkosten: die Basler St. Jakobshalle.

Termingerecht eröffnet, aber mit deutlichen Mehrkosten: die Basler St. Jakobshalle.

Kenneth Nars

Es ist eine wiederkehrende Kritik bei öffentlichen Bauprojekten im Kanton Basel-Stadt. Die Behörden haben riesige Ambitionen, nur bei der Umsetzung hapert es. Beispiele lassen sich mühelos aufzählen. Das Biozentrum der Universität Basel soll die Forschungs- und Lehrstätte der Besten der Besten werden. Die Laboreinrichtungen, die Gebäudestandards, die Architektur: Sie sollten dem höchsten Niveau entsprechen. Das Resultat: Bauverzögerungen und Mehrkosten von mehr als 100 Millionen Franken.

Weiter zum Neubau für das Amt für Umwelt und Energie: Eine Fassade aus Fotovoltaikzellen wurde gewünscht ­– und der Kanton liefert. Es soll ein Leuchtturmprojekt sein, das über die Kantonsgrenzen hinaus strahlt. Herausgekommen sind über zwei Millionen Franken Mehrkosten.

Und auch bei der Sanierung der St. Jakobshalle wollte der Kanton international mithalten können. Der neue Veranstaltungsort will die ganz grossen Künstlergruppen, die wichtigsten Sportevents und die aufwendigsten Produktionen nach Basel locken. Und jeder Sparte mussten die Bauherren gerecht werden. Für den planenden Architekten schien es, als wäre man nie zufrieden. So verwundert es nicht, dass der ursprüngliche Baukredit über 107 Millionen Franken um mittlerweile 20 Millionen aufgestockt wurde. Etwas kleinere Leuchttürme mit weniger Extraausstattung könnten der noch andauernden Serie der Projekte in Schieflage ein Ende bereiten.