Konsumrausch
Warum dem Onlineshopping eben doch nicht die Zukunft gehört

In diesen Tagen des ungezügelten Shoppings in den wieder eröffneten Läden fällt vor allem eins auf: Den Menschen ist Einkaufen im Laden eben doch lieber, als klickend vor dem Bildschirm zu sitzen.

Rahel Koerfgen
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Schlange stehen für den Konsum im wahren Leben.

Schlange stehen für den Konsum im wahren Leben.

Nicole Nars-Zimmer (niz) / BLZ

Man muss kein Hellseher sein, um vorauszusagen: Am Samstag werden die Einkaufsmeilen und Shoppingcenter in dieser Region so proppenvoll sein wie noch selten. Und die Menschen, die sie bevölkern, ebenso volle Tüten mit sich rumschleppen. Es deutet sich in diesen Tagen ja bereits an. Am Montag etwa, als besonders ungeduldige Shopper kurz nach der langersehnten Wiedereröffnung vor Kleiderketten Schlange standen.

Warum dieser Drang zum Konsum auf der Strasse, habe ich mich gefragt. Bei grossen Namen und den Warenhäusern bekommt man online mittlerweile einfach alles, der Versand ist gratis, die Rücksendung auch. Dass man so schnell es geht wieder die Lieblingsboutique besuchen möchte, deren Onlineshop entweder nicht existent ist oder schlecht funktioniert, verstehe ich hingegen. Hier wird man persönlich bedient und meist gut beraten. Aber bei einer Kette...?

Wir Menschen wollen fühlen und spüren

Was in diesen Tagen geschieht, ist der Beweis, dass Onlineshopping das Einkaufen im Laden niemals ersetzen wird, obschon das die Experten seit Jahren so voraussagen. Diese Pandemie hat gezeigt, wie sinnlich wir Menschen doch sind und wie wichtig der soziale Aspekt beim Einkaufen ist. Wir wollen die Produkte sehen ohne digitale Farbverfälschung, sie spüren und fühlen - ja und auch riechen.

Und wenn wir dabei angerempelt werden und uns das furchtbar aufregt, umso besser. Denn dann passiert genau das, wonach wir uns in diesen Lockdowns am meisten gesehnt haben: das pure Leben.