Junge Leute für Arthousefilme begeistern. Das möchte das Kultkino mit seiner Aktion «sackgeld.kino». Jugendliche, die noch nicht volljährig sind, können für einen Fünfliber Filmvorführungen im Kultkino besuchen. Barbara Schneider, Präsidentin von Kult Amici, dem Freundeskreis, der das Projekt unterstützt, sagt über das Sackgeldkino: «Uns war es wichtig, eine Idee zu entwickeln, die Jugendliche davon überzeugt, Filme statt auf dem Smartphone im Kino schauen zu gehen.»

Die 400 Mitglieder des Fördervereins bezahlen einen jährlichen Beitrag von 100 Franken. Mit den Beiträgen decke der Verein laut Schneider die Verluste, die durch die Aktion entstehen. Das Kultkino könne allein nicht dafür aufkommen. Doch hinter dem Angebot steckt Kalkül. In letzter Zeit findet ein regelrechtes Aufrüsten der drei Kinogruppen in Basel statt. Pathé, Kitag und Kultkino bieten verschiedene spezielle Angebote an; gerade auch weil die jungen Zuschauer immer häufiger wegbleiben.

Basler sind eifrige Kinogänger

So gibt es bei Pathé und Kitag die «Ladies Night», bei der Frauen einen Filmabend inklusive Prosecco und Goodie-Bag erleben können. In den Kitag-Kinos setzt man zudem auf eine Kinovorstellung nach der Arbeit, «Afterwork» genannt, wo man das Feierabendbier bei einem Apéro und anschliessendem Film trinken kann. Das Pathé öffnet sogar am Morgen und bietet mit dem «Morning Cinema» einen vergünstigen morgendlichen Eintritt an. Oder auch die Aktion «Cine & Ride» von Pathé. Dabei können Kinobesucher mit ihrem Ticket vor und nach der Filmvorführung gratis die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen.

Hintergrund der Marketingmassnahmen: Das Bundesamt für Statistik verzeichnet 2015 schweizweit einen Rückgang der Kinobesucher um sieben Prozent. Der Jahresumsatz der Kinos sank sogar noch stärker – um 9,3 Prozent. Zudem wurden seit 2008 29 Kinos geschlossen. Trotzdem sieht es für Basler Kinos nicht schlecht aus. Die durchschnittliche Anzahl der Kinoeintritte pro Bewohner liegt schweizweit bei 1,6. Der Durchschnittsbasler besucht hingegen 3,2 Mal pro Jahr eine Kinovorstellung und ist somit unter allen Schweizern der eifrigste Kinogänger.

Neues Megaplex im Stücki

In diesem gesättigten Markt soll nun auch noch neue Konkurrenz eröffnen. Die Firma Swiss Prime Site, Inhaberin des Stückis, möchte zwei Drittel des Einkaufscenters zu einem Megaplex-Kino machen, geführt von der Firma Arena Cinema. Und dies direkt an der deutschen Grenze. Patrick Tavoli, CEO von Arena Cinema, meinte Anfang Jahr gegenüber der bz dazu: «Sicher spielt der Preis eine wichtige Rolle, aber in Basel bieten wir die allerneuste Technologie an: 3-D-Ton, Laserprojektion und 4-DX».