Wagenplatz
Langsamer Auszug aus der Erlenmatt

Trotz der Zusicherung an den Landbesitzer, hatten die Bauwagenbewohner das NT- Areal bis gestern Nachmittag noch immer nicht geräumt. Die Bewohner suchen nun gemeinsam einen neuen Ort wo sie bleiben können.

Pascale Hofmeier
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Noch immer besetzen die Wagenleute einen Teil des NT-Areals im Erlenmatt-Quartier.Martin Töngi

Noch immer besetzen die Wagenleute einen Teil des NT-Areals im Erlenmatt-Quartier.Martin Töngi

Frühlingshaft warm scheint die Sonne auf die Erlenmatt. Eidechsen huschen übers Kies. Es ist Zügelmontag für die Bewohner der Bauwagen, die das Areal seit Mitte Dezember besetzt hatten. Um die Mittagszeit steht das Frühstücksgeschirr noch auf dem Tisch. Auf einem Anhänger türmt sich Mobiliar und vor einige der Wagen sind Traktoren gespannt. Doch nicht alle Wagenbesitzer haben es eilig. Während etliche aufräumen und packen, sitzen andere in der Sonne. Entspannt wirkt niemand. Und die Freude über den Besuch, der Fragen stellt, ist inexistent.

Eigentlich hätte der Wagenplatz im Naturschutzgebiet bereits gestern geräumt sein müssen. Der Landbesitzerin, der Bricks Immobilien AG, hatten die Bewohner zugesichert, sie würden den Platz am vergangenen Wochenende verlassen. Bei der Besitzerin war gestern keine Auskunft darüber erhältlich, ob sie nun nach Ablauf der vereinbarten Frist wie angekündigt Anzeige erstatten wird.

Destination ungenannt

Seit vergangenem Freitag wissen die Wagenbewohner, dass sie die Erlenmatt verlassen müssen. Das Grundstück liegt ausserhalb der Wohnzone und ist ein Naturschutzgebiet. Auch fehlt dem alternativen Wohnprojekt in Basel eine breite Unterstützung. An einem runden Tisch mit Befürwortern des alternativen Wohnprojektes und der Stadt hatte die Behörde deutlich gemacht, dass der einzige Platz in der Stadt Basel für die Wagen ein Hinterhof an der Freiburgerstrasse ist und dass auch dieser Standort befristet zur Verfügung steht.

Wohin die Wagenbewohner umsiedeln werden und ob sie das einzige Angebot der Stadt nutzen werden, wollte gestern vor Ort niemand kommentieren. Auch auf die Frage, ob die Zwangsumsiedlung auf ein Katz- und Mausspiel hinaus laufen wird und ob die Wagen demnächst unbewilligt an einem neuen Platz auftauchen werden, war keine Antwort erhältlich. Weitere Informationen würden zu gegebenem Zeitpunkt über die Homepage kommuniziert.

Gemeinsam an einen neuen Ort

Im Verlaufe des Gesprächs liessen die Anwesenden jedoch durchblicken, dass nicht alle Wagen gemeinsam an einen neuen Ort umsiedeln. Es gehe darum, Lösungen zu finden, sagt einer der Bewohner - mit Namen und Gesicht wollte sich noch immer niemand äussern. «Es kann sein, dass morgen einige der Wagen an der Freiburgerstrasse stehen werden.» Der Platz dort sei aber zu knapp. An der Freiburgerstrasse hatten die Wagenburger ihre mobilen Wohnungen Ende letzten Jahres für kurze Zeit aufgestellt, bevor sie unbewilligterweise auf die Erlenmatt umgesiedelt waren. Seit Sommer 2011 suchen die Bauwagenbewohner einen Standort für ihr Wohnprojekt. Ihr Vorbild sind Wagenplätze wie es sie in anderen Schweizer Städten gibt, zum Beispiel in Winterthur, Biel und Bern.