IWB-Geschäftsjahr
Warme Winter und Corona verschlechtern den IWB das Ergebnis

2020 verkauften die Industriellen Werke Basel in ihrem Netzgebiet weniger Strom, Fernwärme und Gas.

Tobias Gfeller
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Verbrennungsanlage der IWB KVA.

Verbrennungsanlage der IWB KVA.

Roland Schmid

Die Wintermonate 2020 waren verhältnismässig warm, Corona sorgte für abgesagte Veranstaltungen, gar nicht oder schlecht ausgelastete Hotels und Restaurants und fürs Arbeiten zuhause. Das spürten die IWB in ihrem Strom- und Wärmeabsatz. Zwar stieg der Stromabsatz auf dem freien Markt an, doch im Netzgebiet der IWB gab es aufgrund von Corona einen Rückgang von bis zu drei Prozent. Der Umsatz in der Sparte Strom ging insgesamt um 31 Millionen Franken zurück, was einem Minus sogar von 8,2 Prozent entspricht.

Aufgrund der Witterung gingen die Einnahmen zurück

Aufgrund dieses erheblichen Rückgangs an Tariferlösen sah sich die Geschäftsleitung zu einer Wertberichtigung von zehn Millionen Franken gezwungen, weil sie annimmt, dass diese Verluste in den kommenden Jahren über die Stromversorgung nicht aufgefangen werden können. Die IWB wollen diesbezüglich konservativ rechnen, erklärte Finanzchefin Petra Mösching. Aufgrund der Witterung gingen die Einnahmen bei der Fernwärme um zehn Millionen Franken, beim Gas um 16 Millionen Franken zurück, was elf beziehungsweise knapp acht Prozent weniger ausmacht. Der Gesamtumsatz der IWB sank von 816 Millionen Franken im Geschäftsjahr 2019 auf 772 Millionen Franken 2020. Der Jahresgewinn ging von 148 auf 108 Millionen Franken zurück. Aus dem Jahresgewinn schütten die IWB 34 Millionen Franken an den Kanton Basel-Stadt aus.

Die Verantwortlichen der IWB zeigten sich an der Bilanzmedienkonferenz trotz der rückläufigen Zahlen zufrieden. Allen voran der operative Cashflow von 222 Millionen Franken – was einer leichten Zunahme im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019 entspricht – sorgt dafür, dass die künftigen Investitionen mit gutem Gewissen gestemmt werden können. Auch die hohe Einkapitalquote von 71 Prozent sei für die kommenden, intensiven Jahre eine gute Basis, so CEO Claus Schmidt. Die IWB werden das bereits grösste Fernwärmenetz der Schweiz weiter ausbauen. Dies beruht unter anderem auf einem Grossratsbeschluss aus dem Jahre 2017, der besagt, dass Heizungen mit fossilen Energieträgern nur durch klimafreundliche Systeme ersetzt werden dürfen. Gas als Energieträger soll im Kanton Basel-Stadt stillgelegt werden.

Jeder kann zum Stromproduzenten werden

Claus Schmidt schätzt die dafür nötigen Investitionen für den ganzen Transformationsprozess zu noch mehr Ökologie bei den IWB auf über 500 Millionen Franken in den nächsten 15 Jahren. Die IWB investieren dafür nicht nur lokal in Basel, sondern auch schweizweit. Bereits im Sommer soll mit dem Bau des Solargrossprojekts «AlpinSolar» auf der Muttsee-Staumauer in Glarus Süd begonnen werden. Das Projekt stemmen die IWB zusammen mit der Axpo. So sollen jährlich 2,2 Megawatt erneuerbare Energie produziert werden. «AlpinSolar» wird die bisher grösste alpine Solaranlage in dieser Art in der Schweiz. Neu sind die IWB auch Teilhaber bei einem Wärmeverbund in Schwyz, der 1500 Anschlüsse versorgt. Über das Programm «Sommerbox-Crowd» können neu auch Mieterinnen und Mieter, die nicht einfach so eine Photovoltaikanlage auf ihr Dach bauen können, zu Sonnenenergie-Produzententinnen- und Produzenten werden, in dem sie sich an Projekten der IWB finanziell beteiligen und diese so ermöglichen.