Lichternacht
Die Botschaft der drei leuchtenden Eidgenossen – das Törli in Liestal leuchtet

Mit einer Lichtprojektion auf das Törli rief Liestal mit einem Augenzwinkern zu nachhaltigem Handeln auf.

Tobias Gfeller
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Ökologie, Ökonomie und Soziales: Das sollten die drei Eidgenossen repräsentieren.

Ökologie, Ökonomie und Soziales: Das sollten die drei Eidgenossen repräsentieren.

Juri Junkov

«Ou wow, schau mal, die bewegen sich.» Der Bub blickt mit grossen Augen Richtung Törli, als die drei schwörenden Eidgenossen zu leben beginnen. Sie symbolisieren die Begriffe Ökologie, Ökonomie und Soziales, die es für das Thema Nachhaltigkeit zu vereinen gelte.

Die Botschaft hinter der Lichtprojektion im Rahmen der Lichternacht am Freitag- und Samstagabend im Liestaler Stedtli ist unmissverständlich: Nur wenn zwischen wirtschaftlichen Interessen und der Sorge zur Natur ein Gleichgewicht herrscht, kann es sozialen Frieden geben. Als die Waage zwischen Ökonomie und Ökologie gegen Ende der rund 14-minütigen Vorstellung in der Horizontalen steht, ist der Eidgenosse als Symbol für Soziales in der traditionellen Liestaler Festtagstracht zufrieden.

Ohne Mahnfinger

Das Törli in Liestal wurde am Abend unterschiedlich beleuchtet.

Das Törli in Liestal wurde am Abend unterschiedlich beleuchtet.

Juri Junkov

Brigitte Roux, die mit ihren Lichtprojektionen am Bundeshaus schweizweit für Staunen gesorgt hatte, schaffte es, die Botschaft der Nachhaltigkeit
zu übermitteln, ohne mit dem Mahnfinger zu zeigen oder allzu pathetisch zu sein. Das sei auch die Forderung des Liestaler
Organisationskomitees gewesen, verrät Stadtpräsident Daniel Spinnler (FDP) nach dem ersten Durchgang am Freitagabend.

«Wir wählten das Thema aus und wollten auch, dass darauf aufmerksam gemacht wird, äusserten aber den Wunsch, dass es nicht zu belehrend rüber-kommen soll.»

Für alles andere herrschte natürlich künstlerische Freiheit, sagt Spinnler. Roux hat die Wünsche erfüllt und der Botschaft einen lokalen Liestaler Anstrich verliehen.

Volle Beizen und eine improvisierte Bar

Die Rathausstrasse war auf dem Festperimeter abgesperrt und dieser konnte nur mit gültigem Covid-Zertifikat betreten werden. Besonders ins Auge stiessen die Chienbäse, die das Törli in ein Flammenmeer versetzten. Die Hitze war sichtbar und fast schon spürbar, so nah kam die Projektion der Realität, die die Liestalerinnen und Liestaler nach zwei Absagen des Traditionsanlasses so sehnlichst vermissten.

Die Lichtprojektion wurde am Freitag viermal, am Samstag dreimal gezeigt. War der Festperimeter während der ersten Show am Freitagabend um 20.45 Uhr noch sehr gut gefüllt, waren eine Stunde später schon weit weniger Leute da. Das tat der fröhlich-gemütlichen Stimmung keinen
Abbruch.

Die Lichternacht Liestal fand vom 3.–4. September 2021 statt.
7 Bilder
Das Gelände war gut besucht.
Hier wurde eine grosse Uhr auf das Törli projektiert.
Bei anderen Motiven musste man etwas genauer hinschauen, um zu sehen, was abgebildet ist.
Wann die nächste Show stattfindet, wurde den Gästen per Projektion mitgeteilt
Die Guggenheim Allstar Band an der Lichternacht Liestal
Die Guggenheim Musikschule trat ebenfalls auf.

Die Lichternacht Liestal fand vom 3.–4. September 2021 statt.

Juri Junkov

Die Beizenterrassen waren von Beginn weg sehr gut besetzt, die improvisierte Bar versorgte die Besucherinnen und Besucher mit allerlei Getränken und die Jazzband der Regionalen Musikschule Liestal und später die Musikschule Guggenheim sorgten von der Bühne unter dem Torbogen aus für beschwingte Stimmung.

Je später der Abend, je dunkler der Nachthimmel und je heller die Lichtprojektion am Törli leuchtete, umso stärker bewegten sich die Beine zum rassigen Sound. Die Kinder, von denen es am frühen Abend noch sehr viele hatte, wurden immer weniger. Die wahre Tanzparty folgte aber erst am Tag danach, als das Stedtli bei «Liestal tanzt» in den Sonntag tanzte.

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