Littering
Junge SVP fordert saubereres Basel: Stadtreinigung wartet auf die Politik

Die Basler Jungpartei macht sich zweimal jährlich auf, Quartiere von Müll zu befreien. Dabei will sie eine Zunahme an Littering erkennen. Die Stadtreinigung hingegen sieht dies anders.

Silvana Schreier
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Im vergangenen Sommer kam es im Hafenareal zu Abfallproblemen. Auch am Kleinbasler Rheinufer musste die Stadtreinigung vermehrt eingreifen.

Im vergangenen Sommer kam es im Hafenareal zu Abfallproblemen. Auch am Kleinbasler Rheinufer musste die Stadtreinigung vermehrt eingreifen.

Nicole Nars-Zimmer

Zigarettenstummel, Bierdosen, Kaugummipapierchen und Masken. Überall liegen sie – am Rheinufer, in Rabatten, im Strassengraben. Zweimal pro Jahr machen sich Mitglieder der Jungen SVP Basel-Stadt auf zu einem Clean-up-Day. Mit Greifzangen und Abfallsäcken bewaffnet nimmt sich die Jungpartei jeweils ein Gebiet vor. Am vergangenen Samstag war es das Kleinbasel.

«Es ist erschreckend, wie viele Zigarettenstummel und Masken herumliegen», schildert Parteipräsidentin Laetitia Block. Mit dem Aufräumtag will sie auch die jungen Parteimitglieder sensibilisieren, sodass diese etwa im Ausgang sorgsamer mit ihrem Müll umgehen. Im Kleinbasel sei die «traurige Bilanz» der JSVP-Aktion jedoch, dass mehrere Abfallsäcke innert kürzester Zeit gefüllt waren, schreibt die Jungpartei in der Medienmitteilung.

Jungpartei präsentiert Fünf-Punkte-Plan

Für Block und ihre Partei ist klar: Die Regierung unternimmt zu wenig gegen das Littering-Problem in der Stadt. Zahlreiche Präventionsmassnahmen seien wirkungslos geblieben. Darum stellt die Jungpartei einen Fünf-Punkte-Plan vor:

  • An einem kantonalen Clean-up-Day soll Präventions- und Aufräumarbeit geleistet werden.
  • Die Basler Stadtreinigung soll mehr finanzielle und personelle Ressourcen erhalten.
  • Es brauche mehr Abfalleimer, Entsorgungsmöglichkeiten für Zigarettenstummel sowie häufigere Leerungen der bestehenden Abfalleimer.
  • Wer Littering betreibt, soll härtere Strafen erhalten.
  • Die Vorstösse der SVP-Grossräte Pascal Messerli und Joël Thüring gehörten umgesetzt: Darin geht es um mehr Entsorgungsmöglichkeiten und um ein Massnahmenpaket zur Sauberkeit.

Der Fünf-Punkte-Plan der Jungen SVP wird vom Kanton mit Schulterzucken entgegengenommen. Einen Clean-up-Day, wie er von der Jungpartei gefordert wird, gibt es schon. Die IG saubere Umwelt organisiert die Aktion jährlich – zuletzt wurde am 17. und 18. September in rund 600 Schweizer Gemeinden Abfall gesammelt.

Täglich leert die Basler Stadtreinigung rund 950 Abfalleimer in Strassen und auf Plätzen. Insgesamt würden jährlich rund 5000 Tonnen Müll zusammenkommen, schreibt die Stadtreinigung auf ihrer Website. Und mit der Kampagne «Sauberes Basel» soll die Bevölkerung zum korrekten Umgang mit Abfall motiviert werden. Das Präventionsprojekt wurde 2018 lanciert.

Mehr Masken landen in den Rabatten

Dominik Egli, Leiter der Basler Stadtreinigung, sagt: «Eine generelle Zunahme des Litterings können wir nicht feststellen.» Vielmehr sei die Situation konstant, auch wenn aktuell etwa mehr Hygienemasken in Rabatten landen.

Einen Ausreisser habe es im Frühling 2020 gegeben: Während der Coronapandemie nahm laut Egli das Littering vorübergehend zu. Damals habe es etwa am Rheinbord auffallend viel herumliegende Abfälle gehabt. «Was die Junge SVP äussert, ist eine politische Frage. Wenn mehr Sauberkeit gewünscht ist und die Politik mehr Ressourcen für die Stadtreinigung bewilligt, dann liefern wir das auch», sagt Egli.

«Die neuen Abfalleimer funktionieren gut»

Auch die neuen Solarabfalleimer waren in den vergangenen Monaten immer wieder Thema in Basel. Im März 2021 machten überfüllte Kübel Schlagzeilen – und die früheren Container wurden schmerzlich vermisst. Die Stadtreinigung reagierte jedoch umgehend: Anschliessend wurden die Solareimer regelmässiger geleert, auch an den Wochenenden. Nun teilt das Bau- und Verkehrsdepartement mit: «Die neuen Abfalleimer, die funktionieren gut.»

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