Die Sendung «Echo der Zeit» gilt als das journalistische Flaggschiff des Deutschschweizer Radiosenders SRF. Am Dienstag zügelte die Redaktion die Mikrofone vom Nachrichtenstudio in Bern in die Universität Basel. Bereits am Nachmittag wurde eine halbstündige Newssendung aus der Cafeteria über der Unibibliothek gesendet. Am Abend dann der grosse Auftritt: Moderator Peter Voegeli widmete sich in einer 55-minütigen Spezialsendung ganz der Uni Basel.

Zu Gast waren neben Rektor Antonio Loprieno der Infektionsbiologe Christoph Dehio sowie die Historikerin Caroline Arni, beide als Professoren an der Uni Basel angestellt. Das war eine bewusste Entscheidung: auf der einen Seite ein Naturwissenschafter, auf der anderen eine Vertreterin der Geisteswissenschaften. «Wir haben die Uni Basel ausgewählt, weil man hier den Gegensatz zwischen Life Sciences und Geisteswissenschaften gut aufzeigen kann», begründeten Programmverantwortliche die Standortwahl.

Studenten-Themen kamen zu kurz

Am Beispiel der Uni Basel als mittelgrosse Volluniversität moderierte Voegeli durch fast alle brennenden Themen, die den Hochschulalltag von heute prägen: Konkurrenzdruck, Rankings, Freiheit in der Forschung, zu wenig weibliche Professoren, Messbarkeit von Forschungserfolg. Viele dieser Aspekte hätten eigentlich eine eigene Spezialsendung verdient und konnten nur angeschnitten werden. Insbesondere die Uni aus Sicht der Studenten kam etwas zu kurz. Das, obwohl die Sendungsmacher extra auch einen Doktoranden und eine Studentin einluden. Die Sendung blieb über weite Strecken ein Austausch zwischen Experten.

Eine Uni der lebhaften Debatte

Die gut drei Dutzend Zuschauer - es waren vorwiegend Studenten - hörten dennoch aufmerksam zu. Sie dürften sich durchaus wiedererkannt haben in der Live-Sendung. Mit den verschiedenen eingespielten Reportagen gelang ein gutes Abbild des universitären Alltags. Peter Voegeli schaffte mit kritischem Nachhaken und dem schnellen Wechseln der Gesprächspartner eine lebhafte Atmosphäre. Als dann gegen Ende der Sendung eine wirkliche Diskussion in Gang kam, zeigte Sendeverantwortliche Isabelle Jacobi mit der Hand bereits «noch fünf Minuten» an. «Die Zeit läuft schneller als sie dürfte», meinte Voegeli live.

So konnte sich die Uni Basel einem schweizweiten Publikum als Ort der lebhaften Debatte präsentieren. Nächste Woche sendet das «Echo der Zeit» mit dem gleichen Konzept aus einer Fachhochschule in Luzern und schliesslich aus einer Berufsschule im Emmental.