Lockerung gefordert
Engelberger rechtfertigt die harten Covid-19-Massnahmen

Der städtische Gesundheitsdirektor verweist im Grossen Rat auf die «unvorhersehbare» Situation.

Elodie Kolb
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Infektionen seien zwar auf tiefem Niveau, stagnierten aber, sagte Engelberger am Mittwoch in der Grossratssitzung.

Infektionen seien zwar auf tiefem Niveau, stagnierten aber, sagte Engelberger am Mittwoch in der Grossratssitzung.

Bild: Peter Schneider/ Keystone

«Die Covid-19-Pandemie ist noch nicht ausgestanden», sagte Mitte-Regierungsrat Lukas Engelberger in der gestrigen Grossratssitzung, in der er sich kritischen Fragen aus dem rechten und linken Lager stellen musste. Die Infektionszahlen seien zwar auf tiefem Niveau, stagnierten aber.

David Trachsel, Präsident der Jungen SVP Schweiz, monierte beispielsweise: «Wenn bei fünf Intensivpatienten die Bevölkerung des ganzen Kantons massiven Einschränkungen unterliegt, glaube ich, dass der Regierungsrat keine klare Strategie verfolgt.» Engelberger hielt dagegen und sprach von einer «dynamischen und unvorhersehbaren Situation». Diese mache es unmöglich, nächste Lockerungsschritte bereits festzulegen. Trachsel bemängelte ausserdem, dass der Regierungsrat sich nicht aktiv gegen Impfprivilegien ausspreche. Das könne dazu führen, dass Ungeimpfte ausgeschlossen würden.

Auch Parteikollege Joel Thüring zeigte sich in seiner Interpellation unzufrieden. Thüring ist der Meinung: «Impfen und Testen ist der einzige Ausweg aus der Pandemie.» Er wünschte Einblick in die Impf- und Teststrategie des Kantons. In seiner Antwort berief sich Engelberger vor allem auf die Strategie des Bundes und Lieferengpässe, die zu Verzögerungen führten. SP-Grossrätin und Lehrerin Sasha Mazzotti forderte vergeblich besseren Schutz für Lehrpersonen. Da der Impfstoff knapp ist, sei die Priorisierung bei Lehrern ohne Vorerkrankung nicht vorgesehen, meinte Engelberger. «Der Impfstoff muss dort eingesetzt werden, wo er mit Blick auf das übergeordnete Ziel die grösstmögliche Wirkung hat», sagte er.