Machtkampf um Rotblau
Viel Krach und leise Hoffnung beim FCB

Bernhard Burgener hat seine Anteile am FC Basel
– theoretisch – der Basel Dream & Vision verkauft. Doch mit David Degen sucht er eine Einigung.

Christian Mensch
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Bis zum Gerichtstermin wollen sich die Parteien noch mehrfach treffen, um eine einvernehmliche Lösung zu sondieren.

Bis zum Gerichtstermin wollen sich die Parteien noch mehrfach treffen, um eine einvernehmliche Lösung zu sondieren.

Claudio Thoma / freshfocus

Am Montag veröffentlichte die Medienabteilung des FC Basel ein Communiqué der jüngsten Sitzung des Verwaltungsrates der FC Basel Holding AG. Der letzte Absatz war anfänglich im Entwurf nicht vorgesehen: «Bernhard Burgener und David Degen konnten heute ihre Differenzen noch nicht definitiv ausräumen. Beide bekräftigten aber, im Interesse des FCB rasch eine aussergerichtliche Einigung anzustreben, und haben entsprechende Gespräche aufgenommen.»

Erstmals bekunden die Kontrahenten damit die auf beiden Seiten keimende Einsicht, dass keiner siegreich sein wird, wenn sie den Machtkampf um den FC Basel bis zum Ende vor dem Gericht austragen.

Einvernehmliche Lösung soll sondiert werden

Bevor die Kommunikationsberater die Passage der Gesprächsbereitschaft formulierten, hatte der von Burgener dominierte Verwaltungsrat der FC Basel Holding an seiner gestrigen Sitzung die Situation jedoch nochmals eskalieren lassen: Formell hat das Gremium dem Verkauf des Aktienpakets von Burgener an die von Burgener selbst beherrschte neue Gesellschaft Basel Dream & Vision (BD&V) zugestimmt. Da eine solche Aktienübertragung per superprovisorischer Verfügung vom Basler Zivilgericht mit Strafandrohung verboten ist, erfolgte der Beschluss unter dem Vorbehalt, dass diese Verfügung aufgehoben werde. Frühester Termin ist dafür der 11. Mai; dann sind die Parteien vor dem Gericht zu einer mündlichen Verhandlung geladen. Wohl eher eine untergeordnete Rolle wird dabei spielen, dass Burgener eine Klausel im Aktionärsbindungsvertrag geltend machen will, wonach auch Degen seine Anteile zum gleichen Preis wie er an die BD&V verkaufen müsse.

Bis zum Gerichtstermin wollen sich die Parteien noch mehrfach treffen, um eine einvernehmliche Lösung zu sondieren. Angesagt sind direkte Gespräche zwischen dem Präsidenten und seinem Herausforderer. Wie eine Einigung aussehen könnte, ist völlig offen. Immerhin sei der Ton an der Sitzung entspannt und offen, heisst es übereinstimmend von beiden Seiten.