Medienförderung
Weg von internationalen Techgiganten: Basler GLP-Grossrat sieht politische Partizipation Jugendlicher gefährdet

In seinem Anzug fordert der grünliberale Grossrat Johannes Sieber Zeitungsgutscheine für Jugendliche. Er sieht in den Diensten von Gratismedien und internationalen Techgiganten eine Gefährdung der künftigen demokratischen Diskussionsgrundlagen.

Oliver Spiess
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Die Medienförderung solle nicht gegen den Digitalisierungstrend ankämpfen, findet GLP-Grossrat Johannes Sieber.

Die Medienförderung solle nicht gegen den Digitalisierungstrend ankämpfen, findet GLP-Grossrat Johannes Sieber.

Bild: Kenneth Nars

Immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene konsumieren statt herkömmlicher lokaler Medien digitale Angebote von Gratiszeitungen oder internationalen sozialen Netzwerken. Der Basler GLP-Grossrat Johannes Sieber sieht darin eine Gefahr für die politische Partizipation und will mit Mediengutscheinen gegensteuern.

In seinem heute eingereichten Vorstoss fordert er eine verstärkte Medienförderung. Im Zentrum steht aber nicht die Unterstützung von Medienhäusern. Vielmehr sollen Gutscheine an Jugendliche verteilt werden, mit denen diese verbilligt kostenpflichtige Onlineangebote lokaler Medien in Anspruch nehmen können. Ziel ist es, junge Erwachsene wieder vermehrt für lokal- und nationalpolitische Themen zu interessieren und somit deren Teilnahme an politischen Prozessen zu ermöglichen.

Der Fokus auf digitale Medien entspringe weniger ökologischen Überlegungen als der faktischen Entwicklung. Sieber kommentiert:

«Der Vorstoss richtet sich nicht gegen Printmedien. Diese profitieren genauso, wenn sie E-Papers oder Digitalabos anbieten, wie es die meisten tun. Es ist nun mal ein Fakt, dass sich die Medien immer mehr ins Digitale verlagern.»

Wichtig sei hierbei, was durch das Gutscheinsystem bewerkstelligt werde, dass die Profitierenden selbst auswählen könnten, für welche Angebote sie die Gutscheine benutzten. Darin sieht Sieber die Chance, dass sich lokale Medien mit innovativen Formaten um die neuen Kundinnen und Kunden bemühten, die sich entscheiden müssten, wo sie ihre Gutscheine einlösten.