Mein Dreiland
Endlich wieder in drei Ländern Velo fahren

Rund ein halbes Jahr lang durfte man kaum ins angrenzende Ausland. Was sich seither jenseits der Grenzen geändert hat, erfährt man am besten auf zwei Rädern.

Peter Schenk
Peter Schenk
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Endlich wieder eine Velotour Endlich dürfen wir wieder kleine Velotouren durchs Dreiland machen. Es lohnt sich, denn es gibt viel Neues zu entdecken oder Altbekanntes aufzufrischen. Über die Rheinuferpromenade vom St. Johannspark rollt man am Dreyland-Dichterweg mit seinen 24 Stationen gemütlich bis zum Kanal von Huningue.

Hier sind schon jetzt etliche erste Naturfotos und ein Hinweisschild auf die Openair-Ausstellung mit über 250 Fotografien zu sehen, bei der sich 80 professionelle Fotografen und passionierte Amateure der biologischen Vielfalt der Region widmen. Die Ausstellung findet bereits zum fünften Mal statt und wird von drei Fotoklubs aus den drei Ländern getragen. Sie dauert vom 12. Juni bis zum 14. November und erstreckt sich von Huningue am erwähnten Kanal entlang über die Schleuse bei der Petite Camargue über Rosenau bis nach Kembs. Die meisten der Fotos sind ein mal ein Meter gross.

Über die Dreiländerbrücke führt uns der Weg nach Weil am Rhein, wo eine Kaffeepause in Friedlingen auch an den Aussentischen allerdings nur möglich ist, wenn man vollständig geimpft, genesen oder negativ getestet ist.

So geht es also weiter ohne Pause die Steigung zur blauen Brücke beim Weiler Bahnhof empor. Zwischen der Endhaltestelle des 8er-Trams und dem Schaudepot von Vitra finden sich zwölf drehende Glasvitrinen, in denen Miniaturen von klassischen Designerstühlen zu bewundern sind. Das beginnt am nahen Kreisel mit dem Schaukelstuhl No. 9 von Jakob und Josef Kohn aus dem Jahr 1882/83.

Weitere Highlights des modernen Möbeldesigns sind Stühle von Verner Panton, Ludwig Mies van der Rohe, Le Corbusier, der Lounge Chair von Charles und Ray Eames oder der Kaffeehausstuhl von Thonet aus dem 19. Jahrhundert. Bleibt nur zu hoffen, dass die schöne Idee nicht durch den heute grassierenden Vandalismus beeinträchtigt wird.

Der Rückweg führt uns in die Langen Erlen. Hier soll eine neue Beschilderung das Verständnis für die Zusammenhänge im trinationalen Landschaftspark Wiese fördern. Sechs Quadratkilometer ist er gross. Schilder gibt es vor allem an den neu gestalteten Eingängen ins Gebiet. Eines der ersten Schilder ist leider schon jetzt besprayt.